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Diagnosefinder
Akupunktur bei Brustkrebsbehandlung
Nadeln lindern Nebenwirkungen
Viele Brustkrebs-Patientinnen bekommen eine Anti-Hormontherapie, die die Produktion von Östrogen stoppt. Dadurch leiden sie unter wechseljahresähnlichen Nebenwirkungen. Diese lassen sich statt medikamentös auch wirksam mit Akupunktur behandeln, wie jetzt eine Studie im Journal of Clinical Oncology zeigt.
Nadeln statt Antidepressiva
Östrogen fördert das Wachstum bestimmter Brusttumoren, die dann mit Anti-Hormontherapie behandelt werden. Die Eierstöcke hören auf, Östrogen zu produzieren, was zu Nebenwirkungen wie Hitzewallungen und nächtlichem Schweiß führt. Diese wurden im Henry Ford Hospital in Detroit bislang stets mit Antidepressiva bekämpft, die ihrerseits wieder Nebenwirkungen auslösen. All das ist für die Patientinnen eine große Belastung, da die Anti-Hormontherapie bis zu fünf Jahre dauert.
Die Ärztin Eleanor Walker am Henry Ford Hospital hat nun aufgrund von Berichten über den positiven Effekt von Akupunktur bei Wechseljahresbeschwerden diesen auch für die Anti-Hormontherapie überprüft. 50 Brustkrebs-Patientinnen nahmen an ihrer Studie teil und bekamen – per Zufallsprinzip aufgeteilt – entweder die medikamentöse Therapie mit einem Antidepressivum oder eine Akupunktur gegen die Wallungen und anderen Symptome. Die Akupunktur-Gruppe wurde in den ersten vier Wochen zweimal wöchentlich, dann einmal wöchentlich behandelt. Beide Therapien dauerten zwölf Wochen.
Langfristig wirksam ohne Nebenwirkungen
Danach führten alle Patientinnen ein Jahr lang ein Behandlungs-Tagebuch, in dem sie festhielten, wann und wie oft sie unter Hitzewallungen und Nachtschweiß litten. Dabei erwies sich, dass die Akupunktur diese Nebenwirkungen gleich gut bekämpfte wie das Antidepressivum: die Symptome verringerten sich bei allen Patientinnen um etwa die Hälfte. Während zwei Wochen nach dem Ende der Therapie die Symptome in der Akupunktur-Gruppe leicht anstiegen, waren sie in der anderen Gruppe schon wieder viel häufiger. Zudem empfanden die Frauen die Akupunktur als angenehmer und berichteten über weitere positive Effekte wie den Erhalt des sexuellen Lustempfindens, mehr Vitalität und besseres Wohlbefinden.
„Die Akupunktur erscheint uns als gleichwertig zur medikamentösen Therapie. Sie ist sicher, effektiv und langfristig einsetzbar als Behandlung der Nebenwirkungen bei der Brustkrebs-Therapie”, bewertet Walker ihre Studienergebnisse abschließend.
- Links:
- Die Studienergebnisse stellt Eleanor Walker im Journal of Clinical Oncology vor (Englisch).



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