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Redaktion apotheken.de » Gesund leben | Vorsorge » Forschung verstehen

Alkohol schwächt Immunsystem


Wer viel trinkt, hat weniger Abwehrkräfte


Alkohol ist alles andere als gesund: Wer gerne zu tief ins Glas schaut, schädigt damit seine Leber und riskiert Krebs. Darüber hinaus sind Alkohol­liebhaber offenbar anfälliger für Infektionen.

Immunabwehr - was dahinter steckt

Gerade zu Beginn der kalten Jahreszeit haben Erkältungsviren ein leichtes Spiel – wer nicht früh genug auf warme Kleidung achtet, hat schnell mit Schnupfen und Halsschmerzen zu tun. Geht der Körper gegen eine solche Infektion an, schaltet sich das Immunsystem ein. Um Bakterien und Viren loszuwerden, kämpfen bestimmte Zellen des Immunsystems an vorderster Front: die so genannten Monozyten. Sie fressen die Eindringlinge und schütten Botenstoffe aus, um weitere Immunzellen zu alarmieren.

Feierabendbier fördert Erkältung

Wissenschaftler der Universität von Massachusetts haben nun herausgefunden, dass Alkohol diesen Abwehr­mechanismus hemmt. Die Forscher nahmen gesunden Probanden Blut ab und gewannen daraus die Monozyten. Mit diesen Fresszellen simulierten die Forscher im Laborversuch eine Infektion. Während ein Teil der Zellen „nüchtern“ blieb, setzte man den anderen Teil der Zellen Alkohol aus. Die Menge an Alkohol entsprach dabei in etwa dem Alkoholspiegel, den jemand im Blut hat, wenn er wöchentlich vier bis fünf Flaschen Bier trinkt.

Wie sich zeigte, produzierten die "betrunkenen" Immunzellen weniger vom Botenstoff Interferon-gamma (IFN-γ) – dieser ist besonders wichtig, um Viren abzuwehren. Alkohol scheint das Immunsystem also zu schwächen, der Körper kommt dann gegen die Viren schlechter an. Beim Anflug einer Erkältung oder Grippe sollten Sie deswegen auf das Feierabendbier verzichten – sonst ziehen Sie die Erkrankung länger hinaus als nötig. Und wer ganz ohne Schnupfen durch die kalte Jahreszeit kommen will, lässt am besten dauerhaft die Finger vom Alkohol.


04.10.2011 | Von: Andrea Bronberger