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Allergie: Wenn Milch zur Qual wird
Immuntherapie erst im Vorschulalter sinnvoll
Milchtrinken ist gesund. Es stärkt die Knochen und die Immunabwehr. Doch manche Kinder reagieren allergisch auf Kuhmilch. Eine Immuntherapie hilft ihnen, Milch wieder besser zu vertragen. Allerdings sollte diese erst im Vorschulalter durchgeführt werden. Darauf verweist der Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ).
Von Juckreiz bis Atemnot
Eine Kuhmilchallergie äußert sich bereits im Säuglingsalter. Etwa sechs Prozent aller Babys sind davon betroffen. 25 verschiedene Eiweiße in der Milch verursachen die Allergie. Diese Eiweiße erkennt der Körper der Babys fälschlicherweise als fremd und bekämpft sie. In der Folge kommt es zu einer überschießenden Immunreaktion: Die Haut juckt, rötet sich und bildet Ausschläge. Bei Babys, die gestillt werden, zeigt sie solch eine Reaktion erst dann, wenn die Ernährung auf Kuhmilch umgestellt wird. Bekommen allergische Babys allerdings schon in den ersten Lebensmonaten kuhmilchhaltige Fertignahrung gefüttert, treten die Symptome eher auf. Bei denjenigen Kleinen, die an Hauterkrankungen wie Neurodermitis leiden, verschlechtert sich zudem oft das Ekzem. Reagiert ein Kind stark allergisch, kann es sogar zu Nesselsucht und Atemnot kommen.
Kuhmilchfreie Nahrungsmittel
Eltern haben mehrere Möglichkeiten, um ihr Kind vor allergischen Reaktionen zu schützen. In der Säuglingsphase sollten sie ausschließlich kuhmilchfreie Babynahrung füttern. Diese besteht aus zerkleinerten Eiweißen, so genannten Hydrolysaten. Diese sind besser verträglich als die Eiweiße in der Kuhmilch. Später kommt es darauf an, die Etiketten von Nahrungsmitteln richtig zu lesen und so herauszufinden, welches Essen unbedenklich für das Kind ist. Hilfe bieten auch Kinderärzte und Diätassistenten an.
Letzte Ausfahrt Immuntherapie
Bei den meisten Kindern schleicht sich die Kuhmilchallergie bis zur Einschulung aus. Passiert das allerdings nicht, sollten Eltern und Ärzte über eine Hyposensibilisierung nachdenken. Das ist eine Immuntherapie, bei der die Kinder Präparate aus puren Kuhmilcheiweißen schlucken. Die Menge an Kuhmilcheiweißen ist darin so gering, dass sie keine Allergie auslösen, aber ausreichend genug, um das Immunsystem zu aktivieren. In der Folge bildet der Körper Abwehrstoffe gegen die allergieauslösenden Eiweiße und fängt diese ab. So schwächt die Immuntherapie die Allergie und erlaubt es vielen Kinder später ohne Qual Kuhmilch zu trinken.



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