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Redaktion apotheken.de » Gesund leben | Vorsorge » Forschung verstehen

Angst ist nicht angeboren


Babys fürchten keine Spinnen


Die Angst vor Spinnen ist Menschen nicht in die Wiege gelegt. Sie erlernen sie erst in den ersten Lebensmonaten – vermutlich, um sich vor giftigen Tieren zu schützen. Dass kleine Babys lieber mit Schlangen als mit Elefanten schmusen würden, belegt eine US-amerikanische Studie.

Angstfreier Start ins Leben

Die Forscher um Vanessa LoBue verglichen das Angstgefühl von Babys im Alter von sieben Monaten mit dem von Dreijährigen. Die Babys bekamen zunächst zwei Videos gezeigt: Zur gleichen Zeit sahen sie auf einem Bildschirm eine Schlange und auf dem anderen einen Elefanten. Zusätzlich wurde das Schlangen-Video mit einer ängstlichen Stimme unterlegt und das Elefanten-Video mit einer fröhlichen. Wie sich zeigte, waren die Babys von den Schlangen am meisten beeindruckt: So verweilten sie auch die meiste Zeit bei dem Schlangen-Video, ohne dabei irgendein Gefühl von Angst zu verspüren.

Bei den Dreijährigen sah das bereits anders aus. Sie sollten aus einer Reihe von neun Bildern Fotos ihrer Wahl aussortieren. Dabei griffen sie schneller und eher zu Bildern von Schlangen als von Blumen. Auch wählten sie Tiere, die Schlangen stark ähnelten eher aus als weniger schlangenähnliche Tiere. Die Kinder griffen also offenbar zuerst nach solchen Bildern, vor denen sie am meisten Angst hatten. So verbannten nämlich diejenigen, die sich sehr vor Schlangen fürchteten, auch die Schlangen-Bilder schneller aus ihrem Blickfeld.

Unterschied zwischen gut und böse

Während Babys noch neugierig dem Charme böser Schlangen erliegen, nehmen ältere Kinder Reißaus davor. Sie haben mit der Zeit Angst vor Schlangen bekommen, weil sie gelernt haben, dass diese giftig und gefährlich sind. Zudem haben sie gelernt, Schlangen schnell zu erkennen und so der Gift-Gefahr zu entkommen.


25.01.2011 | Von: Dr. nat. med. Anke Kopacek