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Redaktion apotheken.de » Gesund leben | Vorsorge » Forschung verstehen

Antibiotikum aus der Zedernnadel


Natürlicher Wirkstoff gegen Krankenhauskeime


Die Natur ist ein reichhaltiger Medi­ka­men­ten­schrank, der noch weitgehend unerforscht ist. In der unscheinbaren Roten Zeder fanden US-amerikanische Wissenschaftler jetzt einen Wirkstoff gegen besonders gefährliche Staphylokokken-Erreger.

Immer mehr Krankenhausinfektionen

Staphylokokken sind Bakterien, die bei Menschen mit geschwächter Immunabwehr lebensbedrohliche Blutvergiftungen, Lungenentzündungen oder Herz-Kreislauf-Versagen auslösen. In Krankenhäusern sind diese Erreger besonders gefürchtet. Weil die Patienten dort ständig Antibiotika einnehmen, entwickeln die Bakterien Resistenzen, das heißt sie werden unempfindlich gegenüber den Antibiotika. In Deutschland ist etwa ein Viertel der Klinikpatienten von solchen Methicillin-resistenten Staphylokokken (MRSA) befallen. MRSA-Infektionen erfolgreich zu behandeln, ist noch immer ein Problem.

Eine Lösung dafür fanden die Forscher der University of Missouri direkt vor der eigenen Haustür. Sie testeten die Rote Zeder auf medizinisch nützliche Substanzen und wurden fündig. Die Nadeln des Baums enthalten zahlreiche biologisch aktive Stoffe. Einer von ihnen ist schon in geringen Konzentrationen wirksam gegen MRSA.

Nachwachsende Medizin

Diese Entdeckung lässt darauf hoffen, Krankenhausinfektionen künftig besser in den Griff zu bekommen. Ein neues Medikament ließe sich problemlos auch in großen Mengen herstellen, denn die Rote Zeder ist ein sehr anspruchsloser Baum und wächst im Osten der USA und Kanadas im Überfluss. Ein weiterer Vorteil: Um den Wirkstoff zu gewinnen, müssten die Bäume nicht einmal gefällt werden.


10.03.2011 | Von: Markus Kessel