Notdienstapotheken
Serviceapotheken
Apotheken
Ärztliche Bereitschaft
Giftnotruf

Gesund leben | Vorsorge

Eltern und Kind

Gesundheit und Politik

Krankheiten | Therapie

Premium Gesundheitsinfos

Archiv

«
Mai - 2012
»
SMDMDFS
 01
02
03
04
05
06
07
08
09
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
2728
29
30
 

Diagnosefinder

diagnosefinder
Medizinlexikon
A B C D E F G H I J K L M
N O P Q R S T U V W X Y Z
Twitter
 
Redaktion apotheken.de » Gesund leben | Vorsorge » Forschung verstehen

Antidepressiva getestet


Nutzen von Depressions-Medikamenten belegt


Seit etwa zwei Jahren sind Medikamente aus der Wirkstoffklasse der selektiven Serotonin- und Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer, kurz SNRI, in Deutschland verfügbar. Das Institut für Qualtität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitsweisen (IQWIG) hat diese Medikamente jetzt auf ihre Wirksamkeit gegen Depressionen geprüft und kommt zu einem positiven Ergebnis.

Die Wirkungsweise der SNRI


In Deutschland sind bisher zwei SNRIs zur Behandlung von Depressionen zugelassen: die Wirkstoffe Venlafaxin und Duloxetin. Nach dem Abschlussbericht des IQWIG ist der Nutzen beider Wirkstoffe gegenüber einem Scheinmedikament (Placebo) belegt.

Ein Ungleichgewicht bestimmter Botenstoffe im Gehirn spielt eine Rolle bei der Entstehung von Depressionen. Hier setzen die Serotonin- und Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI) an. Die Botenstoffe Serotonin und Noradrenalin sind im Gehirn dafür verantwortlich, elektrische Reize zwischen Nerven weiterzuleiten. Haben sie diese Aufgabe erledigt, werden sie normalerweise wieder abgebaut. Genau das verhindern die SNRI, sodass es zu einer höheren Konzentration von Serotonin und Noradrenalin im Gehirn kommt. Das wirkt stimmungsaufhellend und angstdämpfend.

80 Studien ausgewertet


Nach den Ergebnissen des IQWIG lindern Venlafaxin und Duloxetin die Symptome einer Depression. Gegenüber dem Placebo sprachen Patienten, die einen der Wirkstoffe einnahmen, besser auf die Therapie an und litten weniger unter depressiven Beschwerden. Außerdem gäbe es Hinweise, dass beide Substanzen auch vor Rückfällen schützen.

Die Wissenschaftler bewerteten insgesamt 80 klinische Studien. 16 davon verglichen Duloxetin mit einem Placebo oder einem anderen Antidepressivum, 62 stellten Venlafaxin in derselben Weise auf den Prüfstand. Zwei der Studien verglichen die beiden Wirkstoffe direkt miteinander. Zwei Hersteller, die Präparate mit den beiden Wirkstoffen anbieten, stellten dem IQWIG umfangreiche, bisher unveröffentlichte Daten zur Verfügung.

Venlafaxin hat weniger Nebenwirkungen als Duloxetin


In Hinblick auf die Linderung der depressionsbedingten Beschwerden ist im direkten Vergleich zwischen Venlafaxin und Duloxetin kein Medikament dem anderen überlegen.
Bei der gesundheitsbezogenen Lebensqualität hat das IQWIG für Duloxetin allerdings einen Vorteil im Vergleich mit dem Placebo nachgewiesen, für Venlafaxin nicht. Werden die Substanzen direkt miteinander verglichen, zeigt sich jedoch kein relevanter Unterschied. Im Vergleich zu einem Scheinmedikament verbessern beide Wirkstoffe zudem die Fähigkeiten der Patienten, den Alltag zu bewältigen.

Was die Nebenwirkungen betrifft, ist Venlafaxin dem Duloxetin im direkten Vergleich überlegen. Weniger Patienten brachen die Therapie wegen Nebenwirkungen ab. Dennoch schneiden hier beide Substanzen gegenüber älteren Antidepressiva, die nur auf Serotonin wirken, schlechter ab.


24.08.2009 | Von: Stefanie Grutsch