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Diagnosefinder
Antidepressivum hilft bei Schlaganfall
Therapie verbessert motorische Fähigkeiten
Ein Schlaganfall verändert bei vielen die Motorik. Arme und Beine, die vorher noch beweglich waren, sind jetzt gelähmt. Physiotherapie etwa hilft, gelähmte Körperteile wieder beweglich zu machen. Kombinieren Ärzte diese mit dem Antidepressivum Fluoxetin, verbessern Patienten ihre Motorik sogar schneller. Zu diesem Schluss kam kürzlich eine Forschergruppe aus Frankreich.
Gehirn auf die Sprünge helfen
Tierexperimente wiesen bereits darauf hin, dass Patienten nach einem Schlaganfall von einer Therapie mit Fluoxetin profitieren. Das Antidepressivum gehört zu den so genannten selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRIs). Bei Patienten mit Depressionen hebt es die Stimmung und löst Angstzustände. In den Experimenten zeigte sich, dass es auch die Bildung neuer Nervenzellen im Hippocampus fördert – ein Gehirnareal, das wichtig ist um Neues zu lernen und Erlerntes zu speichern. Werden diese Areale bei Schlaganfall-Patienten aktiviert – etwa durch das Antidepressivum Fluoxetin – erlernen sie verlorengegangene Bewegungen neu. Gleichzeitig überführen sie das Gelernte ins Langzeitgedächtnis und können so Bewegungsmuster später auch wieder abrufen.
Mit Kombitherapie schneller zum Ziel
An der dazu durchgeführten Studie nahmen 118 Patienten teil, die in speziellen Schlaganfall-Zentren behandelt worden waren. Die eine Hälfte bekam 90 Tage lang Fluoxetin verschrieben, die andere Hälfte ein Placebo. Um Bewegungsabläufe zu trainieren, erhielten alle Patienten zusätzlich eine Physiotherapie. Nach der Behandlung unterzogen sie sich motorischen Tests, mit denen die Forscher ihre Beweglichkeit bewerteten. Die Beweglichkeit nahm in beiden Gruppen zu. Allerdings konnten sich diejenigen, die das Antidepressivum bekamen deutlich besser bewegen als die, die nur das Placebo nahmen.
- Links:
- Die Studie ist im "The Lancet Neurology" online veröffentlicht.



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