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Diagnosefinder
Mobbing gegen psychisch Kranke
Mitarbeiter mit psychischen Problemen werden ausgegrenzt statt unterstützt
Die Anforderungen am Arbeitsplatz werden immer höher. Viele Mitarbeiter kommen mit dem Druck, der auf ihnen lastet, nicht zurecht. Zusätzlich belasten Überstunden, Angst den Job zu verlieren oder mobbende Kollegen. Das Resultat: Immer mehr Menschen leiden berufsbedingt an psychischen Erkrankungen. Vorgesetzte sind darauf nur mangelhaft eingestellt und reagieren mit Ausgrenzung statt mit Akzeptanz.
Arbeit als größter Risikofaktor
Wissenschaftler des Klinikums rechts der Isar in München haben 312 Psychiater zu arbeitsbedingten psychischen Erkrankungen in Deutschland befragt. 85 Prozent von ihnen stimmen in der Ansicht überein, dass der Anteil psychisch kranker Arbeitnehmer in den letzten zehn Jahren stark zugenommen hat. Bei 26 Prozent der Patienten ist die Arbeit auch der direkte Auslöser für die Erkrankung, weil die Belastungen dort am größten sind.
Geringe Akzeptanz bei Vorgesetzten
Viele der Betroffenen erkranken ernsthaft an Depressionen oder Burnout und sind dadurch längere Zeit krankgeschrieben. Kehren sie zurück an den Arbeitsplatz, wird laut der Psychiater etwa ein Drittel von ihnen von Vorgesetzten oder Kollegen ausgegrenzt und stigmatisiert. Nicht selten raten die Psychiater ihren Patienten deshalb davon ab, ihre Vorgesetzten über die Krankheit zu informieren.
Schulungen für Führungskräfte
Die Psychiater sind sich jedoch bewusst, dass das letztendlich nicht die Lösung sein kann. 94 Prozent befürworten deshalb Schulungen für Führungskräfte, in denen sie den richtigen Umgang mit psychisch kranken Mitarbeitern lernen. Sie empfehlen Vorgesetzten sich mit psychischen Erkrankungen auseinanderzusetzen, um betroffene Mitarbeiter gezielt zu unterstützen.
In diesem Zusammenhang halten die Psychiater betriebsinterne Aufklärungskampagnen für sinnvoll. Das „Centrum für Disease Managment“ des Klinikums rechts der Isar bietet bereits spezielle Schulungsprogramme für deutsche Unternehmen an.



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