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Redaktion apotheken.de » Gesundheit und Politik » Arzneimittelversorgung

Aspirin® nicht eigenmächtig absetzen


Therapieabbruch erhöht Schlaganfallrisiko


Menschen, die einen Herzinfarkt erleiden, bekommen in der Regel Acetylsalicylsäure verschrieben, den Wirkstoff in Aspirin®. Diese Therapie sollten Patienten nicht auf eigene Faust abbrechen. Sonst droht ihnen ein Schlaganfall. Davor warnt die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft.

Erst Blutgerinnsel – dann Infarkt

Oft sind Blutgerinnsel die Ursache für einen Herzinfarkt. Blutgerinnsel bilden sich zum Beispiel in den Venen des Beins. Dort können sie sich lösen und an andere Stellen im Körper wandern. Bleiben sie in Blutgefäßen des Herzens hängen, gelangt nicht mehr genügend Sauerstoff in das Herz und es kommt zum Infarkt. Auch Schlaganfälle sind oft Folge verstopfter Blutgefäße. Um solchen gefährlichen Blutgerinnseln vorzubeugen, verschreiben Ärzte betroffenen Patienten Acetylsalicylsäure (ASS). Dieser Wirkstoff verdünnt das Blut und hemmt so die Bildung von Gerinnseln. Das schützt sie schließlich auch vor einem erneuten Infarkt.

ASS-Verzicht fördert Schlaganfälle

„Patienten, die ASS eigenmächtig absetzen, verlieren diesen Schutz“, warnt Neurologe Joachim Röther. Das Risiko, dadurch einen Schlaganfall oder eine Schlaganfall-Vorstufe zu erleiden, erhöht sich laut Röther um 46 Prozent. Er verweist dabei auf Ergebnisse einer aktuellen britischen Studie. In dieser untersuchten Forscher, was passiert, wenn Patienten die Therapie mit ASS selbstständig und ohne Rücksprache mit dem Arzt abbrechen. Was offenbar oft vorkommt: Allein 14 Prozent aller Studienteilnehmer über 50 Jahre hatten ASS eigenmächtig abgesetzt.

Um dieser Schlaganfall-Gefahr zu entkommen, sei es wichtig ASS regelmäßig einzunehmen. Allerdings gibt es auch Ausnahmen wie vor einer Operation: Dann müsse ASS abgesetzt werden – aber auch das ordne der Arzt an und nicht der Patient.


19.04.2011 | Von: Dr. nat. med. Anke Kopacek