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Depressionen sind behandelbar


Auch leichte Depressionen ernst nehmen


Depressionen können jeden treffen. Etwa 15 bis 20 Prozent aller Deutschen erkranken einmal im Leben daran. Die Krankheit zu erkennen, ist trotzdem schwer, denn Depressionen unterscheiden sich stark hinsichtlich ihrer Ausprägung und ihres Verlaufs. Deshalb sollten auch Betroffene, die unter leichten depressiven Verstimmungen leiden, sich nicht scheuen, zum Arzt zu gehen.

Depressionen nicht unterschätzen

Depressionen können sich sowohl als psychische wie auch als körperliche Beschwerden äußern. Häufig leiden die Betroffenen unter Antriebsmangel, Schlaflosigkeit oder Interessensverlust. Körperlich zeigt sich die Erkrankung durch Appetitlosigkeit, Nervosität oder Gewichtsabnahme. Von Depressionen sprechen Ärzte, wenn die Beschwerden länger als 14 Tage bestehen. Da sich die Symptome aber oft schleichend und schwach ausgeprägt einstellen, warten die meisten zu lange, ehe sie einen Arzt aufsuchen. 

"Betroffene sollten sich jedoch auch bei wenig ausgeprägten oder hinsichtlich der Schwere schwankenden Beschwerden nicht davor scheuen, ärztliche Beratung in Anspruch zu nehmen", sagt Prof. Frank Schneider von der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN). Menschen mit relativ milden depressiven Verstimmungen, funktionieren laut dem Mediziner eine Zeit lang meist noch verhältnismäßig gut. "Sie müssen für die Bewältigung des Alltags aber oft viel Energie aufbringen und laufen Gefahr, dass sie über Wochen eine schwerere Depression entwickeln oder auch die zunächst leichtere Form chronisch wird", sagt Schneider.

Kombinierte Behandlung

Grundsätzlich sind Depressionen gut behandelbar. Neben Medikamenten, so genannten Antidepressiva, helfen auch psychotherapeutische Behandlungsverfahren. „Die Psychotherapie hat neben der Pharmakotherapie einen ebenso großen Stellenwert und kann ebenfalls kombiniert oder alleine eingesetzt werden. Auch hier werden den Patienten entsprechende Vorschläge gemacht, wobei natürlich dabei die unterschiedlich guten Behandlungsaussichten berücksichtigt und besprochen werden“, sagt Prof. Schneider. Problematisch ist in dieser Hinsicht eher die Versorgungslage in Deutschland. Patienten, die nicht in eine psychiatrische Klinik wollen, warten oft Monate auf einen ambulanten Therapieplatz.


01.12.2009 | Von: Judith Kaiser