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Redaktion apotheken.de » Neurologie

Aufputschmittel und Parkinson


Amphetamine erhöhen Erkrankungsrisiko


Wer viel Amphetamine einnimmt, erhöht sein Risiko, später an Parkinson zu erkranken. Das berichteten kürzlich Forscher auf dem Kongress der American Academy of Neurology.

Vom Medikament zum verbotenen Rauschmittel

Die Parkinson-Krankheit entsteht, wenn der Körper zu wenig vom Nervenbotenstoff Dopamin bildet. Da Amphetamine den Stoffwechsel eben dieses Dopamins beeinflussen, vermuteten Mediziner bereits, dass es einen Zusammenhang zwischen Amphetaminkonsum und Parkinson gibt. Die Gruppe um Stephen Van Den Eeden untersuchte nun die Langzeitwirkung zweier Amphetamine: Benzedrin und Dextroamphetamin. Benzedrin etwa nahmen viele Soldaten im Vietnamkrieg, um sich aufzuputschen. Dextroamphetamin hingegen verschrieben Ärzte, um Narkolepsie, Aufmerksamkeitsstörungen, Depressionen und Übergewicht zu behandeln. Da beide Wirkstoffe schnell abhängig machten, verschwanden sie schließlich jedoch vom Markt.

In der Studie analysierten die Forscher Daten von über 1.000 Krankenversicherten, die vor mehr als 20 Jahren an einer Vorsorgeuntersuchung in den USA teilgenommen hatten. Danach erkrankten Patienten, die damals Amphetamine eingenommen hatten, zu 60 Prozent häufiger an Parkinson als Personen ohne Amphetaminkonsum.

Amphetamine in der ADHS-Therapie

Die Studie hat aktuellen Bezug. Denn in den USA setzen Ärzte wieder zunehmend Dextroamphetamin ein, um ADHS bei Erwachsenen und Narkolepsie zu behandeln. Der Wirkstoff ist in Deutschland nicht zugelassen. Hier kommt üblicherweise Mehtylphenidat zum Einsatz. Methylphenidat ist zwar kein Amphetamin, wirkt aber in ganz ähnlicher Weise. Deshalb wäre es sinnvoll, in weiteren Studien zu klären, ob auch ADHS-Medikamente das Parkinsonrisiko erhöhen.


10.03.2011 | Von: Christine Stockert