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Diagnosefinder
Ausrede: „Die Gene sind schuld“
Vorbelastung macht Lebensstil umso wichtiger
Es ist immer einfacher, den Genen die Schuld zu geben als den eigenen Lebensstil zu ändern. Das belegt auch eine Studie von Forschern der Georgetown University in der Fachzeitschrift „Annals of Behavioral Medicine“. Sie schließen daraus, dass es für Menschen gefährlich ist, wenn sie von einer genetischen Vorbelastung für Krankheiten, die auch durch den Lebensstil beeinflusst werden, erfahren, da sie dann glauben, ohnehin nichts daran ändern zu können.
Gerade Vorbelastete meiden Vorbeugung
Die Forscher um Suzanne O'Neill untersuchten 2.000 gesunde Erwachsene. Sie prüften ihren Lebensstil, wie viel sie sich bewegen, ihre Ernährung und ihren Alkoholkonsum, ob sie rauchen, sich häufig UV-Strahlen aussetzen oder Übergewicht haben. Sie berücksichtigten auch die Kranken- und Familiengeschichte der Studienteilnehmer. Dabei konzentrierten sie sich auf Faktoren, die als Ursachen für Diabetes, Osteoporose, Herzerkrankungen, hohen Cholesterinwert, Bluthochdruck, sowie Lungen-, Darm- und Hautkrebs gelten.
Alle Studienteilnehmer bekamen dann Informationen zu diesen Krankheiten. Ein Teil bekam Broschüren, die Vorsorgemaßnahmen und gesunden Lebensstil betonten, der andere Teil wurde hauptsächlich über den Einfluss der Gene aufgeklärt. In der Folge zeigte sich, dass unabhängig davon gerade die Teilnehmer, die eine Verhaltensänderung am dringendsten nötig hätten, Vorsorgemaßnahmen am ehesten abwerten. Die Wissenschaftler erklären sich das damit, dass Patienten mit Vorbelastungen schon häufiger mit Tipps zu Vorsorge und gesünderem Lebensstil konfrontiert waren und ihrer überdrüssig sind.
Gene sind nicht der einzige Einflussfaktor
Anja Hilbert, Psychologin an der Universität Freiburg, interpretiert die Ergebnisse anders. „Die Betroffenen handeln nur vernünftig, wenn sie etwa aus dem Übergewicht beider Elternteile schließen, dass sie selbst familiär belastet sind und bei gleicher Nahrungsaufnahme schneller zunehmen werden als andere“, sagt sie im Pressetext-Interview.
Die Gefahr sieht Hilbert aber darin, dass viele den Einfluss der Gene als unabänderlich verstehen: „Bei wenigen speziellen Krankheiten kann das Verhalten die Auswirkung eines Gens kaum beeinflussen. Bei den komplexeren Lebensstilkrankheiten, die auch nicht nur von einem einzigen Gen bestimmt werden, ist das aber nicht der Fall.“ Je größer bei diesen die Vorbelastung sei, desto wichtiger sei ein gesundheitsförderndes Verhalten wie etwa Bewegung und gesunde Ernährung, damit sich die Krankheit nicht entwickelt.




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