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Redaktion apotheken.de » Gesund leben | Vorsorge » Forschung verstehen

Bakterien als blinde Passagiere


Ausbreitung resistenter Bakterien durch Krankenhauswechsel


Bakterien, die gegen Antibiotika resistent sind, sind in vielen Krankenhäusern ein Problem. Patienten zwischen Krankenhäusern hin und her zu überweisen, fördert offenbar die Ausbreitung solcher resistenter Bakterienstämme. Zu diesem Ergebnis kamen Forscher der niederländischen Universität Groningen. Die Wissenschaftler raten, Patienten stärker zu überprüfen, die wiederholt in verschiedene Krankenhäuser eingeliefert werden, um diesen Übertragungszyklus zu durchbrechen.

Daten aus 450 Krankenhäusern und 26 Ländern


Die groß angelegte Studie der niederländischen Wissenschaftler untersuchte die örtliche Verbreitung resistenter Bakterienstämme, vor allem multiresistenter Staphylokokken (MRSA), aus 450 Krankenhäusern in 26 europäischen Ländern. Sie wollten mehr über die Verteilung verschiedener Stämme und die Ausbreitung der Infektionen erfahren. Studienleiter Hajo Grundmann sagt, dass sich überraschenderweise herausgestellt hat, dass genetisch gleiche MRSA-Stämme sich an verschiedenen Orten häufen. Daraus schließt der Wissenschaftler, dass die Bakterien eher durch Verlegung der Patienten als innerhalb einer Station übertragen werden: „MRSA scheint von Patienten verbreitet zu werden, die zwischen verschiedenen Krankenhäusern hin und her überwiesen werden. Dabei handelt es sich oft um gebrechliche ältere Menschen mit langfristigen Gesundheitsproblemen.“

Maßnahmen gegen die Verbreitung


Aufgrund der neuen Erkenntnisse, schlagen Grundmann und sein Team konkrete Maßnahmen vor, um die Ausbreitung resistenter Bakterien einzudämmen. Patienten, vor allem Risikopatienten wie ältere Menschen, sollten vor einer Verlegung auf MRSA hin untersucht und wenn nötig behandelt werden. Dadurch ließe sich die Ausbreitung von MRSA einschränken, glaubt Grundmann. Außerdem wollen die Forscher eine interaktive Karte erstellen, die die Ausbreitung bestimmter MRSA-Stämme in verschiedenen Regionen zeigt. Diese Informationen können Klinikärzte unterstützend nutzen.


14.01.2010 | Von: Stefanie Grutsch