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Bei Rheuma auf die Zahnpflege achten
Entzündungen verstärken sich gegenseitig
Rheumapatienten sollten auf eine sorgfältige Mundhygiene achten und wenn nötig ihren Zahnhalteapparat gründlich sanieren lassen. Dazu raten Rheumatologen unter Berufung auf mehrere aktuelle Studien.
Entzündungen greifen Körpergewebe an
„Über die Hälfte der Patienten mit rheumatoider Arthritis leiden auch unter Parodontitis, einer bakteriellen Entzündung des Zahnhalteapparates", sagt Dr. Edmund Edelmann, Vorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Rheumatologen. „Wie wir aus aktuellen Forschungsarbeiten an der Berliner Charité wissen, liegt das darin begründet, dass beide Krankheitsbilder entzündlich bedingt sind und sich daher gegenseitig verstärken können.“
Die Folge beider Erkrankungen ist letztlich ein schleichender Abbau von körpereigenem Gewebe wie Knorpel und Knochen. Rheuma zerstört die Gelenke, Parodontitis den Zahnhalteapparat. Daran beteiligt sind jeweils dieselben entzündungsfördernden Substanzen. Wie man jetzt herausgefunden hat, befindet sich unter den bakteriellen Erregern der Parodontitis auch ein Keim, der solche Substanzen selber bilden kann und aktiv ins Gewebe abgibt.
Höhere Krankheitsaktivität mit Parodontitis
Rheuma kann eine Parodontitis also begünstigen. Aber auch umgekehrt: Die Parodontitis-Bakterien können die Aktivität einer rheumatischen Erkrankung verstärken. Offenbar können die Parodontitis-Bakterien bei Rheumapatienten auch in den Gelenken direkt zu den Gewebeschädigungen beitragen. Wie US-Forscher aktuell berichten, kann eine Parodontitis sogar bei gesunden Nichtrauchern das Risiko für eine rheumatische Erkrankung um das 2,6-fache erhöhen.
„Umso wichtiger ist es, Patienten, die bereits an Rheuma leiden, auf die Notwendigkeit einer regelmäßigen und gewissenhaften Zahnpflege hinzuweisen und zum Zahnarzt zu überweisen, falls eine zahnmedizinische Therapie oder spezielle Pflegeanleitung erforderlich sein sollte“, rät Edelmann. Er weist darauf hin, dass die interdisziplinäre Vernetzung verschiedener Fachgebiete bei der Behandlung von Rheumapatienten zunehmend an Bedeutung gewinnt.



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