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Redaktion apotheken.de » Gesund leben | Vorsorge » Forschung verstehen

Bei Übergewicht droht Diabetes


Zusammenhang erstmals wissenschaftlich belegt


In einer Studie der australischen Monash University wurde ein entscheidender Zusammenhang zwischen Fettleibigkeit und der Entstehung von Typ-2-Diabetes nachgewiesen. Die Entdeckung könnte helfen, ein vorbeugendes Medikament zu entwickeln.

Fettzellen produzieren bislang unbekanntes Eiweiß


Die Volkskrankheit Diabetes-Typ-2 trifft besonders häufig Übergewichtige. Bis jetzt konnten Ärzte aber nur aus ihrer Erfahrung sagen, dass ein Zusammenhang zwischen Fettleibigkeit und Typ-2-Diabetes besteht. Nun haben die australischen Forscher diesen Zusammenhang auch wissenschaftlich ergründet. Das Team um Matthew Watt fand heraus, dass Fettzellen ein neu entdecktes Eiweiß mit der Bezeichnung PEDF ausschütten. Dieses Eiweiß löst eine Kettenreaktion aus, die zur Entstehung von Typ-2-Diabetes führt. Die Ausschüttung von PEDF in den Blutstrom bewirkt, dass Muskeln und die Leber unempfindlich gegen Insulin werden. Um dem entgegen zu wirken, produziert die Bauchspeicheldrüse mehr Insulin - mit der Folge, dass sie irgendwann überlastet ist. Letztendlich wird dadurch die Produktion von Insulin in der Bauspeicheldrüse verlangsamt oder gestoppt, was zur Entstehung von Typ-2-Diabetes führt.

Ohne Insulin kann der Körper keinen Zucker aus dem Blut in die Zellen aufnehmen und es kommt zu Überzuckerung. Betroffene müssen dann lebenslang Insulin spritzen, um das zu vermeiden.

Diabetes-Typ-2 künftig behandelbar?


„Es hat den Anschein, dass eine Person umso resistenter gegen Insulin wird, je mehr Fettgewebe sie besitzt. Folglich benötigt sie eine größere Menge Insulin, um den Blutzuckerspiegel zu regulieren“, erläutert Prof. Watt. In der nun vorliegenden Studie konnte sein Team nachweisen, dass das von den Fettzellen produzierte Eiweiß PEDF nicht nur für Typ-2-Diabetes verantwortlich ist, sondern dass die Blockierung von PEDF diesen Prozess umkehren kann. In Versuchen kehrte die Insulin-Empfindlichkeit des Körpers zurück. In der Folge konnten die Patienten auf das Spritzen von Insulin zur Regulierung des Blutzuckerspiegels verzichten.

„Patienten mit Typ-2-Diabetes werden von dieser neuen Entdeckung profitieren“, glaubt Watt. „Wir wissen bereits, dass eine Gewichtsreduktion die Regulierung des Blutzuckerspiegels bei Diabetes-Patienten im Allgemeinen verbessert. Wissenschaftler können nun die Erkenntnisse zum bestehenden Zusammenhang nutzen, um neue Medikamente zur besseren Behandlung von Typ-2-Diabetes zu entwickeln.“ Dabei darf allerdings nicht übersehen werden, dass übergewichtige Patienten das Abnehmen als beste Behandlung hinten anstellen könnten, weil eine medikamentöse Therapie verfügbar ist. Hier kommt es auch auf eine gute ärztliche Betreuung an.


28.07.2009 | Von: Stefanie Grutsch