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Redaktion apotheken.de » Eltern und Kind » Vorsorge für Kinder

Bisphenol A in Babyschnullern


BUND fordert Produktionsumstellung


Eine Studie des BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) und der österreichischen Umweltorganisation Global 2000 hat gezeigt, dass Bisphenol A in Babyschnullern in den Speichel der Säuglinge gelangen kann. Ob das zu Gesundheitsschäden führt, ist aber nach wie vor umstritten.

"Der Verdacht, dass von Bisphenol A-haltigen Schnullern eine Gefährdung für Säuglinge und Kleinkinder ausgeht, wurde durch die Tests bekräftigt", sagte die BUND-Chemieexpertin Patricia Cameron. "Die neuen Testergebnisse zeigen, dass allein ein kurzer Kontakt der Schnuller mit einer speichelähnlichen Flüssigkeit zur Freisetzung relevanter Mengen dieser hormonell wirksamen Chemikalie führt."

Die höchsten Konzentrationen an Bisphenol A wurden in den Kunststoffschildchen gefunden, die den eigentlichen Schnullersauger halten. Die Kunststoffschildchen bestanden mit nur einer Ausnahme aus Polycarbonat, bei dessen Herstellung Bisphenol A eingesetzt wird. Der BUND fordert daher die Hersteller auf, bei der Produktion der Kunststoffschilde auf Polycarbonat zu verzichten.

Hersteller wehren sich, Öko-Test relativiert

Die angegriffenen Hersteller widersprechen der Darstellung, dass ihre Produkte die Gesundheit von Babys gefährden. Sie kritisieren zum Beispiel die Testmethode, bei der die Schnuller mechanisch zerstört und dann chemisch behandelt werden, um Bisphenol A herauszulösen. In der Praxis aber sei der Stoff fest im Material gebunden und beinhalte so keine Gefahr. 

Auch die Zeitschrift Öko-Test sieht keinen Grund zur Panik. Sie untersucht regelmäßig Babyartikel auf Bisphenol A, zum Beispiel Babyflaschen oder Beißringe. Laut Öko-Test sind demgegenüber die Gehalte in Schnullern vernachlässigbar, selbst beim laut BUND am höchsten belasteten Schnuller. Grundsätzlich ist aber auch Öko-Test der Meinung, dass Substanzen wie Bisphenol A in Babyartikeln nichts zu suchen haben.

BfR will eigene Untersuchung starten

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) will die Bisphenol A-Werte, auf die sich der BUND bezieht, mit eigenen Untersuchungen überprüfen. Die Analysen, die bereits durchgeführt wurden, seien "circa um das 10-fache unter den Ergebnissen von Global 2000", so das BfR. "Um eine gesundheitliche Bewertung vornehmen zu können, muss zudem bestimmt werden, in welchen Mengen Bisphenol A unter üblichen Anwendungsbedingungen aus dem Saugteil eines Schnullers freigesetzt und vom Kind aufgenommen würde", so das BfR weiter.

Es gibt bereits Produktlinien, deren Kunststoffteile kein Polycarbonat und somit auch kein Bisphenol A enthalten. Wer sicher gehen will, kann auf solche Schnuller zurückgreifen.


20.10.2009 | Von: Dorothee Steeb