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Diagnosefinder
Blutprodukte im Bakterien-Schnelltest
Neuer Test spürt Verunreinigungen auf
Blutprodukte gehören zu den am besten geprüften Medikamenten. Dennoch, ein Manko haben sie: Sie können mit Bakterien verunreinigt sein. Solche Verunreinigungen lassen sich künftig aufspüren – mit einer Nachweismethode aus der Lebensmittelindustrie.
Wenn es leuchtet, sind die Proben „schlecht“
Forscher vom Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen (HDZ NRW) haben einen Test entwickelt, der auf einem Nachweis von Bakterien in Fruchtsäften basiert. Ein Besuch bei einem Lebensmittelhersteller brachte den Molekularbiologen Jens Dreier auf diese Idee. Wie im Blut können auch im Saft Bakterien siedeln. Deshalb prüfen Hersteller ihre Saftprodukte auf Krankheitserreger, bevor sie sie verkaufen. Dafür setzen die Tester Saftproben eine bestimmte Substanz zu. Was dabei passiert? Die Bakterien nehmen die Substanz auf, verdauen diese und beginnen zu leuchten. So lassen sich Verunreinigungen leicht enttarnen und betroffene Produkte aussortieren.
Test bei Blutplättchen-Spenden bereits Standard
Bei den Blutproben funktioniert das genauso. Mittlerweile setzen Transfusionsmediziner des HDZ NRW den Bakterientest serienmäßig zur Prüfung von Blutplättchenkonzentraten ein. Bisher durften frische Konzentrate nicht älter als vier Tage sein, um sie einem Patienten zu spenden. Das führte oft zu Materialengpässen bei Blutspendediensten, vor allem über lange Wochenenden oder Ferienzeiten. Jetzt können Ärzte Konserven dank des neuen Tests auch noch am fünften Tag verwenden – sofern diese im Bakterientest nicht leuchten.



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