Gesund leben | Vorsorge
Eltern und Kind
Gesundheit und Politik
Krankheiten | Therapie
Premium Gesundheitsinfos
Archiv
« |
Mai - 2012 | » |
||||
| S | M | D | M | D | F | S |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 01 | 02 | 03 | 04 | 05 | ||
| 06 | 07 | 08 | 09 | 10 | 11 | 12 |
| 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 |
| 20 | 21 | 22 | 23 | 24 | 25 | 26 |
| 27 | 28 | 29 | 30 | 31 | ||
Diagnosefinder
Blutvergiftung: Leben oder sterben?
Genvariante schützt vor tödlichem Verlauf
Jedes Jahr erkranken in Deutschland 150.000 Menschen an einer Blutvergiftung. Trotz der modernen Intensivmedizin sterben etwa 35 Prozent daran. Deutsche Forscher haben jetzt entdeckt, wie die Gene den Krankheitsverlauf beeinflussen.
Entzündung außer Kontrolle
Unerwünschte Eindringlinge wie Bakterien bekämpft das Immunsystem normalerweise gleich an Ort und Stelle. Weiße Blutkörperchen legen einen schützenden Saum um den Entzündungsherd und begrenzen so den Schaden auf die betroffene Region. Die Körperflüssigkeit, die die weißen Blutkörperchen transportiert, lässt das geschädigte Gewebe anschwellen. Mediziner sprechen dann von einem Ödem.
Bei einer Blutvergiftung versagt dieser Schutzmechanismus jedoch. In der Folge gelangen Keime in die Blutbahn und breiten sich unkontrolliert aus. Eine solche systemische Entzündung lässt überall im Körper weitere Ödeme entstehen. Dies ist sehr belastend für den Körper und kann zum Versagen lebenswichtiger Organe führen.
Wasserhaushalt genetisch reguliert
Dass sich Flüssigkeit in entzündetes Gewebe derart einlagert, bewirkt ein Eiweiß namens Aquaporin. Dessen Eigenschaften sind genetisch bestimmt und unterscheiden sich von Mensch zu Mensch. Manche haben sehr viel aktiveres Aquaporin als andere. Wie das den Verlauf von Blutvergiftungen beeinflusst, haben jetzt Michael Adamzik und seine Kollegen von der Universität Duisburg-Essen untersucht.
Hierzu analysierten sie die Gene von 154 Patienten, die an einer schweren Blutvergiftung erkrankt waren. Wie sich herausstellte, sind Menschen mit weniger aktivem Aquaporin sehr viel besser dran. Weil sich bei ihnen nicht so viele Ödeme bilden, haben sie eine deutlich überdurchschnittliche Überlebenschance von 83 Prozent.
Dieses Ergebnis könnte es künftig ermöglichen, neue Medikamente gegen Blutvergiftungen zu entwickeln. Damit hätten auch die gefährdeteren Patienten eine bessere Chance zu überleben.



zurück