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Diagnosefinder
Brustkrebs: Nachbehandlung
Bei Lymphödem Training statt Ruhe
Frauen, die nach einer Brustkrebsoperation an Lymphödemen in den Armen leiden, sollen sich nicht schonen. Bisher rieten Ärzte zu Ruhe und allenfalls Lymphdrainage-Massagen. Doch jetzt zeigt eine Studie, dass etwas ganz anderes die Beschwerden lindert: Krafttraining im Fitnessstudio.
Neuer Therapie-Ansatz lindert Beschwerden
Bei Brustkrebsoperationen müssen häufig auch Lymphknoten im Achselbereich entfernt werden. Als Spätfolge droht dadurch eine Lymphabflussstörung und es kommt zum Lymphödem: Die Lymphflüssigkeit staut sich, die Arme schwellen an, die Bewegungsfreiheit ist eingeschränkt. Die Behandlung von Lymphödemen ist langwierig und oft sind sie unheilbar.
In der Regel raten Ärzte den betroffenen Frauen, die Arme zu schonen, hochzulagern und verschreiben ihnen eine spezielle Massage, die so genannte Lymphdrainage, die die Beschwerden lindern soll. Anders Kathryn Schmitz von der Universität Philadelphia: In einer Studie erprobte sie den Effekt von Training im Fitnessstudio. 141 Frauen, die eine Brustkrebsoperation hinter sich hatten und an einem Lymphödem litten, nahmen daran Teil. Die Hälfte davon ging 13 Wochen lang, zweimal wöchentlich, 90 Minuten zu einem speziell entworfenen Fitness-Kurs. Danach trainierten die Frauen noch 39 Wochen lang alleine weiter. Sie trugen bei den Kraftübungen stets Kompressionsbandagen, trainierten ansonsten aber ganz normal. Jede Woche wurden sie nach ihren Symptomen befragt und jeden Monat der Umfang ihrer Arme gemessen, um Verschlechterungen auszuschließen.
Die andere Hälfte der Studienteilnehmerinnen bekam die bisher gültige Empfehlung: Kein Sport, viel Ruhe.
„Zu viele Frauen mussten auf Vorteile durch Sport verzichten“
Das erstaunliche Ergebnis beim Vergleich beider Gruppen: Die Sportlerinnen erlitten weniger Krankheitsschübe und insgesamt verbesserten sich die Symptome. Während in ihrer Gruppe nur 9 Frauen wegen akuter Beschwerden behandelt werden mussten, waren es in der anderen 19. Die Lymphschwellung vergrößerte sich in beiden Gruppen etwa gleich stark und gleich häufig.
„Unsere Studie zeigt, dass ein sicheres und strukturiertes Gewichts-Training Frauen mit Lymphödem helfen kann, ihre Symptome zu kontrollieren. Das widerspricht den gängigen ärztlichen Ratschlägen, die zwar gut gemeint, aber offenbar falsch waren. Zu viele Frauen mussten deshalb auf die Vorteile, die der Sport mit sich bringt, verzichten“, sagt Kathryn Schmitz.
Die Forscher empfehlen betroffenen Frauen, mit dem Training langsam zu starten und immer unter Anleitung eines ausgebildeten Fitnesstrainers zu beginnen. Beim Gewichte heben sollten sie außerdem immer ihre Kompressions-Bandagen tragen.
- Links:
- Die Studie wurde in der Augst-Ausgabe des New England Journal of Medicine veröffentlicht.



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