Gesund leben | Vorsorge
Eltern und Kind
Gesundheit und Politik
Krankheiten | Therapie
Premium Gesundheitsinfos
Archiv
« |
Mai - 2012 | » |
||||
| S | M | D | M | D | F | S |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 01 | 02 | 03 | 04 | 05 | ||
| 06 | 07 | 08 | 09 | 10 | 11 | 12 |
| 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 |
| 20 | 21 | 22 | 23 | 24 | 25 | 26 |
| 27 | 28 | 29 | 30 | 31 | ||
Diagnosefinder
Therapie von Brustkrebsmetastasen
Brustkrebs verändert sich bei Ausbreitung
Mediziner behandeln Tochtergeschwülste von Brustkrebs meistens genauso wie den Brusttumor selbst. Britische Wissenschafter von der Wohltätigkeitsorganisation Breakthrough Breast Cancer haben jetzt jedoch herausgefunden, dass sich fast 40 Prozent der sich ausbreitenden Brustkrebstumoren verändern. Die Behandlung könnte dann wirkungslos oder schlimmstenfalls schädlich sein.
Vor allem Lymphknoten betroffen
Tochtergeschwülste, medizinisch Metastasen genannt, sind beim Brustkrebs häufig. Während Rückfälle nach ähnlichen Regeln wie der Ersttumor behandelt werden und gut therapierbar sind, gelingt bei Metastasen die Heilung meist nicht. Besondere Bedeutung bei der Therapie des metastasierenden Brustkrebses hat bisher der monoklonale Antikörper Trastuzumab. Dieser Wirkstoff bindet an den Östrogenrezeptor und verhindert damit das Wachstum von Brustkrebszellen, die genau diesen Rezeptor tragen. Solche Östrogenrezeptoren sind bei jeder vierten Brustkrebspatientin nachweisbar. Das Ergebnis der Antikörper-Behandlung: Krebszellen mit Östrogenrezeptor auf ihrer Oberfläche teilen sich nicht weiter, sondern gehen zugrunde.
Jetzt haben britische Forscher um Dana Faratin herausgefunden, dass Brusttumoren und Metastasen nicht immer den gleichen Rezeptor haben. Sie analysierten 211 Tumoren, die sich in die Achsellymphknoten ausgebreitet hatten. Es gab Lymphknotenmetastasen, die anders als der ursprüngliche Brusttumor keine Östrogenrezeptoren mehr hatten. Werden sie dennoch gleich behandelt, schlägt die Therapie nicht an. Außerdem sind die Patientinnen unnötigen Nebenwirkungen ausgesetzt. Bei 20 Tumoren änderte sich der Rezeptorstatus umgekehrt von östrogen-negativ, auf östrogen-positiv. Das bedeutet, dass bestimmte Hormontherapien, die beim Ursprungstumor nicht gewirkt hätten, gegen die Metastase helfen könnten. Dadurch werden wichtige Therapiechancen verpasst.
Weitere Klinische Studien
Aus ihren Ergebnissen zieht die Forscherin den Schluss, dass die bisherige Behandlungspraxis geändert werden muss. Anstatt die Metastasen einfach gleich wie den Brusttumor zu behandeln, solle künftig getestet werden, ob sie überhaupt auf die gleiche Therapie ansprechen oder nicht. „Wir sind überrascht, dass eine so hohe Anzahl von Tumoren, die aus der Brust streuen, sich verändern. Die Forschungsergebnisse legen nahe, die Art der Metastasen in den Lymphknoten der Frauen zu testen, weil sich dadurch die Behandlung drastisch ändern kann“, sagt Dana Faratian.



zurück