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Erneut Kritik an Cholesterinsenker Ezetimib
Ezetimib unter Verdacht Arterienverkalkung zu fördern
Nachdem der cholesterinenkende Wirkstoff Ezetimib im Jahr 2008 unter Krebsverdacht geraten war (apotheken.de berichtete), werden nun Zweifel an seiner Wirkung laut. Anstatt durch die cholesterinsenkende Wirkung Arterienverkalkung zu verhindern, scheint Ezetimib sie zu verstärken. Darauf deutet eine Studie der Uniklinik Köln hin.
Verkalkung schreitet ungehindert fort
Anstatt das „schlechte“ Blutfett LDL-Cholesterin zu senken und damit die Arterien vor Ablagerungen zu schützen, kann Ezetimib ungünstige Veränderungen der Blutfett-Zusammensetzung bewirken. Damit begünstigt der Wirkstoff die Arterienverkalkung – im Fachausdruck Arteriosklerose – sogar, statt ihr entgegenzuwirken.
Zwei vor kurzem erschienene Studien prüften den Einfluss von Ezetimib auf die Dicke der Arterienwand, also auf den Grad der Arterienverkalkung: Obwohl durch die zusätzliche Gabe von Ezetimib zu einem ebenfalls cholesterinsenkenden Statin das LDL-Cholesterin weiter sank, verschlechterte sich die Arteriosklerose ungehindert. Diese Ergebnisse waren bislang rätselhaft. „Vielleicht ist unsere neue Studie der fehlende Mosaikstein, um zu verstehen, warum die erwarteten günstigen Effekte trotz weiterer Cholesterinsenkung ausgeblieben sind“, sagt die Kölner Studienleiterin Ioanna Gouni-Berthold.
Günstige Wirkung aufgehoben
Sie untersuchte 72 Patienten, die entweder Ezetimib allein, ein Statin allein oder eine Kombination der beiden Wirkstoffe bekamen. Dabei wurde die Zusammensetzung des LDL-Cholesterins im Blut untersucht. Es ist bekannt, dass ein hoher Anteil von besonders kleinen, dichten LDL-Partikeln mit einem größeren Risiko für Arteriosklerose verbunden ist. Gouni-Bertholds Untersuchung ergab, dass unter Ezetimib gerade der Anteil dieser kleinen LDL-Partikel zunimmt, obwohl der LDL-Spiegel insgesamt sinkt. Zwar senken gleichzeitig eingenommene Statine den Anteil der gefährlichen Partikel, doch Ezetimib hebt diese günstige Wirkung des Statins wieder auf.
Eine endgültige Warnung vor dem Medikament, das in Deutschland seit sieben Jahren auf dem Markt ist, sprechen die Forscher noch nicht aus. „Wir warten gespannt auf die Ergebnisse großer laufender Studien mit Ezetimib, die auch messen, wie sein Einfluss auf die Herzinfarkt- und Sterblichkeitsrate aussieht“, sagt Professor Ioanna Gouni-Berthold. Man müsse sich jedoch bewusst sein, dass Ezetimib neben seiner cholesterinsenkenden Eigenschaft Wirkungen entfalten kann, die noch nicht ausreichend erforscht sind.



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