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Diagnosefinder
Cholesterinsenker Ezetimib geprüft
Kein erhöhtes Krebsrisiko durch Ezetimib feststellbar
Im Jahr 2008 war der Cholesterinsenker Ezetimib in Verdacht geraten, das Krebsrisiko zu erhöhen. Die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA hat den Wirkstoff deshalb ein Jahr lang geprüft und kann den Verdacht nicht bestätigen.
SEAS-Studie löste Verdacht aus
Nach der einjährigen Überprüfung kann die FDA zwar nicht mit Sicherheit ausschließen, dass der unter dem Handelsnamen Ezetrol® vertriebene Wirkstoff Ezetimib das Krebsrisiko erhöht, hält es aber für sehr unwahrscheinlich. Dies gilt auch für die Kombinationstherapie mit Simvastatin, gemeinsam unter dem Handelsnamen Inegy® erhältlich. Aufgekommen war das Thema durch die SEAS-Studie („Simvastatin and Ezetimibe in Aortic Stenosis“) im Jahr 2008. In dieser Studie kam es zu deutlich mehr Krebserkrankungen bei Patienten die mit den Wirkstoffen behandelt wurden, als bei denen, die ein Placebo bekommen hatten. Während unter der Therapie mit dem Kombinationspräparat 105 Patienten an Krebs erkrankten, waren es in der Placebo-Gruppe nur 70.
Vieles spricht gegen erhöhtes Risiko
Die FDA kommt nun zu dem Schluss, dass diese Ergebnisse der SEAS-Studie kein allgemein erhöhtes Risiko durch Ezetimib bedeuten. Die Behörde hat sämtliche Untersuchungen zu dem Wirkstoff überprüft und gefunden, dass andere Studien die SEAS-Ergebnisse nicht stützen.
Sie weist außerdem darauf hin, dass die Patienten der SEAS-Studie nicht häufiger erkrankten, umso länger sie den Wirkstoff nahmen. Bei einer krebserregenden Wirkung wäre damit aber zu rechnen. Auch dass die Patienten an vielen unterschiedlichen Krebsarten litten, spricht laut FDA dagegen, dass Ezetimib für die Krankheiten verantwortlich ist.
Auch bei den Zwischenergebnissen zweier gerade laufender Studien (der SHARP- und der IMPROVE-IT-Studie) konnte die FDA kein erhöhtes Krebsrisiko feststellen. Insgesamt empfiehlt die Behörde deshalb, den Cholesterinsenker Ezetimib und das Kombinationspräparat mit Simvastatin weiterhin normal einzusetzen und hält eine Zulassungsbeschränkung nicht für nötig.
- Links:
- Mehr Informationen von der FDA (Englisch).




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