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Diagnosefinder
Risiko Computertomografie
Erhöhte Strahlenbelastung begünstigt Krebs
Bei diagnostischen Untersuchungen mit dem Computertomografen (CT) sind Patienten einer Strahlenbelastung ausgesetzt, die etwa hundertfach höher ist als bei einer normalen Röntgenuntersuchung. Wie zwei aktuelle Studien in der Fachzeitschrift „Archives of Internal Medicine“ zeigen, erhöht diese Strahlenbelastung das Risiko, an Krebs zu erkranken.
Krebsrisiko abhängig von CT-Form und Alter
Amy Berrington de Gonzalez vom amerikanischen Nationalen Krebsforschungsinstitut schätzt, dass in den USA jährlich 29.000 Krebserkrankungen auf die Folgen von CT-Untersuchungen zurückzuführen sind. Am häufigsten kommt es zu Krebserkrankungen nach CT-Untersuchungen des Bauchraums und des Beckens. Etwa 15 Prozent der vom CT verursachten Erkrankungen entstehen bei Untersuchungen der Brust, des Kopfes und der Blutgefäße.
Die Gefahr der Strahlenbelastung hängt stark von der Häufigkeit der Untersuchung und insbesondere vom Alter der Patienten ab. Die Forscher ermittelten ein Drittel der strahlenbedingten Krebserkrankungen für die Altersgruppe von 35 bis 54 Jahre. Bei Kindern unter 18 Jahre sind es hingegen nur etwa ein Viertel der Fälle.
Auch Geschlecht ist entscheidend
Neben dem Alter spielt auch das Geschlecht der Patienten eine wesentliche Rolle, wie die Studienautorin Rebecca Smith-Bindman von der Universität Kalifornien in San Francisco berichtet. Frauen sind dabei gefährdeter als Männer. Smith-Bindman geht davon aus, dass eine von 270 Frauen, die sich einer CT des Herzens unterzogen haben, an Krebs erkrankt. Bei Männern hingegen ist es nur ein Patient von 600. Bei einer Routine-CT des Kopfes liegen die Zahlen sogar noch höher. Da ist anzunehmen, dass bei einer von 8.100 Frauen und einem von 11.080 Männern eine Krebserkrankung auftritt.
Risikobegrenzung möglich
Die Zahlen verdeutlichen, dass CT-Untersuchungen nicht ungefährlich sind. Da CTs detailgetreue dreidimensionale Abbildungen des menschlichen Körpers ermöglichen, sind sie aber von großem medizinischem Nutzen und aus der Diagnostik nicht wegzudenken. Sie werden vor allem zur Beurteilung von Kopfverletzungen, für die Diagnose von Tumorerkrankungen oder bei Untersuchungen des Skeletts eingesetzt. Das erhöhte Krebs-Folgerisiko vermindert sich, wenn auf unnötige Untersuchungen verzichtet wird. Erlaubt jedoch nur die CT eine präzise Diagnose, so ist es wichtig, die Strahlendosis, die Dauer und die Häufigkeit der Untersuchung so gering wie möglich zu halten.
- Links:
- Die Studienergebnisse der Mitarbeiter um Berrington de Gonzalez und Smith-Bindman sind in der Fachzeitschrift "Archives of Internal Medicine" online erschienen.



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