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Diagnosefinder
Darmspiegelung verhindert Krebs
Zu wenige nutzen die Darmkrebsvorsorge
Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums (dkfz) errechneten die Anzahl der Krebsfälle, die zwischen 2003 und 2010 durch Darmspiegelungen verhindert werden.
Früherkennung ist beim Darmkrebs besonders wichtig
Darmspiegelungen gehören seit 2002 zum gesetzlichen Krebsfrüherkennungsprogramm. Seitdem übernehmen die Krankenkassen für alle Versicherten ab dem 55. Lebensjahr die Kosten einer Darmspiegelung. Im Rahmen des Programms wurden bislang 1,8 Millionen Darmspiegelungen durchgeführt. Unter diesen ermittelten die Forscher die Anzahl der entdeckten Adenome – das sind gutartige Gewebeneubildungen. Da Adenome häufig zu Tumoren entarten, gelten sie als Vorstufen von Krebs. Die Anzahl der Adenome wurde mit der Wahrscheinlichkeit verrechnet, mit der sich diese Krebsvorstufen innerhalb eines bestimmten Zeitraums zu Krebs entwickeln. So kamen die Wissenschaftler zu dem Ergebnis, dass Darmspiegelungen bis zum Jahr 2010 etwa 15.000 Fälle von Darmkrebs verhindern werden.
Darmkrebs ist der zweithäufigste bösartige Tumor in den Industriestaaten. In Deutschland erkranken jedes Jahr rund 73.000 Menschen, etwa jeder Vierte stirbt daran. Darmkrebs ist tückisch, denn er verursacht zunächst keine oder uncharakteristische Symptome. Deshalb wird er oft erst im fortgeschrittenen Stadium erkannt. Mit einer Darmspiegelung kann man den Krebs viel früher entdecken, nur dann sind die Heilungschancen gut.
Nur vier Prozent der Berechtigten nutzt die Vorsorge
Mit einer Darmspiegelung kann der Arzt den gesamten Dickdarm und dessen Schleimhaut betrachten. Hierzu führt er ein Endoskop über den After in den Darm ein. Das Endoskop ist ein 1 m langer Schlauch, an dem ein Lämpchen und eine Kamera angebracht sind.
Damit der Arzt einen möglichen Tumor gut sieht, muss der Darm ganz sauber sein. Deshalb erhält der Patient einen Tag vor der Untersuchung ein Abführmittel. Danach darf er nur noch Flüssigkeit zu sich nehmen. Zusätzlich wird der Darm am Vorabend mit einem Einlauf gereinigt.
Viele empfinden die Untersuchung und die Vorbereitung als unangenehm und scheuen sich deshalb davor: Jährlich gehen nur vier Prozent anspruchsberechtigte Frauen und drei Prozent der Männer zur Vorsorgeuntersuchung. Professor Hermann Brenner, Projektleiter beim dkfz, wünscht sich deshalb: "Wenn es uns gelänge, noch mehr Menschen zur Früherkennung zu motivieren – etwa durch persönliche Einladungen zu fälligen Untersuchungsterminen – könnten weitaus mehr Krebsfälle vermieden werden." Die Ärzte können ihren Patienten die Angst vor der Untersuchung nehmen, indem sie sie ausreichend informieren und vom Nutzen der Untersuchung überzeugen. Dann könnte die Vorsorge noch viel mehr als 15.000 Krebserkrankungen verhindern.
- Links:
- Zum Deutschen Krebsforschungszentrum (dkfz)


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