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Diagnosefinder
Demenz lange vor Ausbruch erkennbar
Ärzte hoffen auf bessere Vorbeugung
Viele Menschen fürchten sich vor Alzheimer. Schon bei den ersten Anzeichen von Verwirrung oder Gedächtnisverlust machen sie sich Sorgen. Die meisten wollen möglichst früh erfahren, ob sie betroffen sind. Wie das geht, fanden jetzt US-amerikanische Forscher heraus.
Unheilbare Volkskrankheit
Dass Alzheimer nach Krebs die am meisten gefürchtete Krankheit ist, ergab eine neue Umfrage des Dachverbands Alzheimer Europe und der Harvard-Universität. Alzheimer ist eine Form von Demenz. In Deutschland leiden ungefähr 1,2 Millionen Menschen daran – Tendenz steigend. Die Ursache liegt im Gehirn. Dort lagern sich bestimmte Eiweiße ab und bilden so genannte Plaques. Diese zerstören Nervenzellen und lassen das Gehirn schrumpfen. Heilbar ist die Krankheit bis heute nicht. Die Betroffenen verlieren allmählich ihre geistigen und körperlichen Fähigkeiten und müssen schließlich sterben.
Stürze als Warnsignal
Leider werden viele Alzheimer-Erkrankungen erst spät erkannt. Die Schäden am Gehirn lassen sich dann nicht mehr beheben. Ein frühes Warnsignal sind häufige Stürze. Dies fanden Forscher der Washington-Universität heraus. Sie untersuchten die Gehirne von Menschen über 65, die geistig alle noch fit waren. Bei 18 Versuchsteilnehmern fanden sich die für Alzheimer typischen Plaques. Nach der Gehirnuntersuchung führten die Probanden ein Tagebuch, in dem sie sämtliche Stürze notierten. Wie sich herausstellte, fielen zwei von drei Teilnehmern mit Ablagerungen im Gehirn schon in den ersten acht Monaten hin. Normalerweise stürzt innerhalb eines Jahres nur einer von drei Menschen über 65.
Hoffnung durch frühes Erkennen
Wie früh sich die Gehirne späterer Alzheimer-Patienten verändern, zeigt auch eine weitere Studie der Washington-Universität. Testpersonen waren hierbei Menschen zwischen 30 und 45 Jahren, bei denen es noch keine Anzeichen einer Demenz gab. Sie alle trugen jedoch ein seltenes Gen, das Alzheimer auslösen kann. Das Ergebnis: Die Träger des Gens hatten deutlich häufiger Plaques in ihrer Hirnflüssigkeit als es in ihrem Alter üblich ist. Studienleiter Randall Bateman schließt daraus, dass die für Alzheimer typischen Hirnschädigungen sich bis zu 20 Jahre vor den ersten Beschwerden erkennen lassen. Die Forschung könne hier anknüpfen, um vorbeugende Therapien zu entwickeln.
Aktives Leben beugt Demenz vor
Bis dahin vergehen aber wohl noch viele Jahre. Trotzdem können Sie auch heute schon selbst einer Demenz vorbeugen. Das Wichtigste ist, sich geistig und körperlich fit zu halten. Besonders ältere Menschen sollten sich im Alltag so viel wie möglich bewegen. Und geben Sie auch Ihrem Kopf etwas zu tun. Gutes Gehirnfutter sind zum Beispiel Kreuzworträtsel oder Puzzles. Auch Volkshochschulkurse, Kino- und Theaterbesuche halten die grauen Zellen auf Trab. Eine fett- und kalorienarme Ernährung schützt ebenfalls vor Demenz.



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