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Redaktion apotheken.de » Erkrankungen im Alter

Demenzkranke nicht überfordern


Der richtige Umgang mit dementen Angehörigen


Wenn geliebte Menschen im Alter an Demenz erkranken, ist das für die Angehörigen oft ein Schock. Wer nicht genug über die Erkrankung weiß, fühlt sich auch im Umgang mit den Betroffenen überfordert. Beim Besuch im Pflegeheim ist es wichtig, geduldig zu sein und die alten Menschen nicht zu überfordern, rät die Deutsche Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und -psychotherapie (DGGPP). Eine aktuelle Broschüre hilft.

Geduld und Blickkontakt im Gespräch


Für Demenzkranke ist es schwierig, sich auf mehr als einen Gesprächspartner zu konzentrieren. Es ist deshalb sinnvoll, wenn sich Angehörige absprechen um zu vermeiden, dass alle Besucher am Sonntag kommen und der Betroffene den Rest der Woche alleine ist. „Der Erkrankte hat mehr davon, wenn er auch an den anderen Wochentagen Gesellschaft hat“, sagt Dr. Martin Haupt von der DGGG. Außerdem besteht sonst die Gefahr, dass sich die Besucher mehr miteinander unterhalten als mit dem dementen Menschen, weil dieser mehr Zeit braucht und einem Gespräch unter Vielen nicht folgen kann.

Vielmehr gelingt ein Gespräch mit Demenzkranken durch intensiven Blickkontakt und einfache, klare Sätze. Bei Fragen geben Angehörige am besten nicht zu viele Auswahlmöglichkeiten, das verwirrt nur. Auf die Antwort sollten sie etwas geduldiger als gewöhnlich warten. Mit einem Angebot wie „Möchtest du Erdbeerkuchen oder Sahnetorte?“ können demente Patienten besser umgehen als mit der Frage „Welchen Kuchen möchtest du?“. „Häufig ist es von Vorteil, Fragen zu stellen, die sie mit Ja oder Nein beantworten können“, sagt Dr. Haupt.

Aufmerksamkeit nicht unterschätzen


Zwar fällt es Demenzkranken oft schwer, sich auszudrücken, deshalb sollten Besucher ihre Aufmerksamkeit aber nicht unterschätzen. „Es wäre respektlos, vor dem Betroffenen mit jemand anders über ihn zu sprechen, in dem Glauben, dass er es sowieso nicht mitbekommt“, sagt Haupt.

Wenn es schwierig ist, mit Worten zum Kranken durchzudringen und er in seiner eigenen Welt gefangen scheint, werden Berührungen umso wichtiger. Sie können zudem das Gesagte verdeutlichen. Auch schwierige Situationen lassen sich oft entschärfen, indem man die Menschen in die Arme nimmt. Streicheleinheiten helfen ihnen zu entspannen und vermitteln Geborgenheit.

Hilfe für unsichere Angehörige

Für Angehörige, die noch Schwierigkeiten im Umgang mit den Erkrankten haben, gibt es jetzt eine Broschüre der Deutschen Alzheimer Gesellschaft, die ihnen hilft deren Wünsche und Bedürfnisse zu verstehen. Sie gibt praktische Tipps zur Pflege und erklärt unter anderem, wie Angehörige die Anzeichen von Schmerzen erkennen können. Die Broschüre „Pflege und Betreuung von Menschen mit Demenz am Lebensende“ kann gegen ein Entgelt von zehn Euro bei der Deutschen Alzheimer Gesellschaft bestellt werden.


05.01.2010 | Von: Stefanie Grutsch