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Diagnosefinder
Depressionen erhöhen Demenzrisiko
Dem Zusammenhang zwischen Depressionen und Demenz auf der Spur
Mediziner ahnen schon seit längerem einen Zusammenhang zwischen Depressionen und einer Demenzerkrankung im Alter. Nun besteht der Verdacht, dass Depressionen das Demenzrisiko fast verdoppeln. Zwei Expertengruppen konnten unabhängig voneinander zeigen, dass die beiden Krankheiten oft gemeinsam auftreten, doch welche zur anderen führt und wie genau die Mechanismen funktionieren ist noch unklar.
Chemische Prozesse im Gehirn denkbare Ursache
In der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „Neurology“ wurden die beiden Studien veröffentlicht, die darauf hinweisen, dass Depressionen eine Demenz wahrscheinlicher machen. Laut Jane Saczynski von der University of Massachusetts, Leiterin der ersten Studie, ist zwar noch nicht bewiesen, dass Depressionen eine Demenz verursachen, sie sieht jedoch eine ganze Reihe von Möglichkeiten, wie sie das Demenzrisiko beeinflussen können: „Entzündungen des Gehirngewebes während einer Depression können zum Beispiel zum Entstehen einer Demenz beitragen. Bestimmte Eiweiße treten im Gehirn von depressiven Menschen vermehrt auf, auch sie können das Risiko erhöhen“, sagt Saczynski. Die Forscher nehmen aber an, dass neben der Gehirnchemie auch Lebensgewohnheiten wie Ernährung und soziale Kontakte eine Rolle spielen.
Demenz folgt häufig auf Depressionen
Für ihre Studie haben Saczynski und ihr Team 949 ältere Menschen 17 Jahre lang begleitet. Es zeigte sich, dass eine Demenz etwas häufiger vorkam bei depressiven Patienten als bei gesunden. Am Ende der Laufzeit waren 164 Personen dement. 22 Prozent der depressiven Teilnehmer waren betroffen, bei der gesunden Kontrollgruppe waren es nur 17 Prozent. Die Ursachen bleiben jedoch weiterhin ungeklärt.
Für die zweite Studie wurden die Krankheitsdaten von 1.239 US-Amerikanern ausgewertet und untersucht, wie die Anzahl der depressiven Episoden ihr Demenzrisiko beeinflusste. Es zeigte sich auch hier, dass mit der Häufung der Depressionen das Demenzrisiko stieg. Bei zwei oder mehr depressiven Episoden in der Krankheitsgeschichte verdoppelt sich das Risiko offenbar fast.
Die Wissenschaftler weisen aber darauf hin, dass beide Forschungsergebnisse nur einen Zusammenhang zwischen den beiden Krankheiten nachweisen, keine direkte Ursache. Weitere Studien seien erforderlich, um die Verbindung genauer zu erforschen.



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