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Redaktion apotheken.de » Gesund leben | Vorsorge » Forschung verstehen

Der Akupunktur auf der Spur


Forscher gehen der Wirkung von Akupunktur nach


Akupunktur hilft gegen Schmerzen. Davon sind nicht nur viele Patienten und Heilpraktiker überzeugt, sondern auch Ärzte. Einen wissenschaftlichen Nachweis erbrachten jetzt Essener Forscher, die die Wirkung der Akupunktur im Gehirn maßen.

Stromschlag vor und nach Akupunktur

Radiologen der Uniklinik Essen sind einen Schritt weiter hinter das Geheimnis der schmerzlindernden Wirkung der Akupunktur gekommen. Dafür fügten sie 18 Versuchsteilnehmern einen elektrischen Schlag am Fuß zu. Gleichzeitig maßen sie mittels funktionellem Kernspin, was dabei in den für die Schmerzverarbeitung zuständigen Hirnarealen passierte. Anschließend bekamen die Versuchsteilnehmer an klassischen Schmerzpunkten eine Akupunktur und wurden dann erneut dem Schmerzreiz ausgesetzt. Das Ergebnis ist eindeutig: Nachdem im ersten Durchgang die schmerzverarbeitenden Hirnregionen stark aktiv waren, zeigten sie nach der Akupunktur gar keine Aktivität.

Mechanismus unbekannt

„Was uns in dieser Studie interessierte, war die Schmerzmodulation. Das heißt die Frage, wie der Schmerz, der unseren Probanden am Fußknöchel zugefügt wurde, im Gehirn verarbeitet wird. Und hier zeigt sich: Schmerz ist nicht gleich Schmerz. Der objektiv in beiden Untersuchungsreihen gleich starke Schmerzreiz eines Stromstoßes wurde unterschiedlich empfunden. Und zwar abhängig davon, ob sie akupunktiert wurden oder nicht“, sagt Nina Theysohn, die die Studie auf dem 91. Deutschen Röntgenkongress in Berlin vorstellen wird.

Wirkung nur bei leichten Schmerzen

Warum die Akupunktur einen solchen Einfluss auf die Schmerzverarbeitung hat, wissen die Essener Forscher noch nicht. „Ob und wie die Akupunktur eine Wirkung auf das Gehirn entfaltet und welche Rolle der Placebo-Effekt spielt, wird Gegenstand weiterer Untersuchungen sein“, sagt Theyson. Schon jetzt lasse sich sagen, dass die Akupunktur ihre Wirkung vor allem bei leichteren Schmerzen entfalten kann. Bei starken Schmerzen ist sie irgendwann machtlos.


12.05.2010 | Von: Stefanie Grutsch