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Deutschland im Stress


Jeder dritte Deutsche fühlt sich überlastet


Stress wird zur Volkskrankheit: Acht von zehn Deutschen sind täglich zu sehr unter Druck. Das macht die Menschen krank und belastet die Wirtschaft.

Gesundheitliche Folgen nehmen zu


Zu lange Arbeitszeiten, Job und Familie, Geldsorgen: Die Deutschen fühlen sich unter Druck. Acht von zehn Deutschen empfinden ihr Leben als stressig und jeder Dritte steht unter Dauerdruck. Das ergab eine von der Techniker Krankenkasse (TK) in Auftrag gegebene FORSA-Studie. Befragt wurden über 1.000 Personen zwischen 14 und 65 Jahren.

Bereits jeder Fünfte leidet auch gesundheitlich unter den Folgen der Überlastung. Das beginnt mit Schlafstörungen und endet beim lebensbedrohlichen Herzinfarkt. „Stress bestimmt den Alltag in Deutschland immer stärker. Kaum jemand kann noch richtig abschalten – und das macht die Menschen krank“, sagt TK-Chef Norbert Klusen.

Wegen Burnout-Syndrom gab es 2008 fast zehn Millionen Fehltage von Berufstätigen. Umgerechnet wären das 40.000 Arbeitskräfte, die das ganze Jahr über am Arbeitsplatz fehlten. Das entspricht einer Zunahme von Krankschreibungen um 17 Prozent seit 2003.

Job ist der größte Stressfaktor


Jeder Dritte Deutsche arbeitet laut Studie am Limit. Unter ständiger Hektik, Termindruck und zu viel Arbeit. Hinzu kommt der Druck, rund um die Uhr erreichbar sein zu müssen. Am größten ist die Belastung für berufstätige Eltern. Sie haben Angst, dass ihre Familie zu kurz kommt.

„Nicht nur Manager sind betroffen. Besonders gefährdet sind Menschen in sozialen Berufen, Schichtarbeiter und Berufspendler“, sagt Helen Heinemann vom Institut für Burnout-Prävention. Laut der Studie stehen nicht Führungskräfte unter dem größten Druck, sondern Hausfrauen und –männer. 95 Prozent von ihnen klagen über Stress, vier von zehn sind in körperlichem Daueralarm mit Pulsrasen und Magenbeschwerden. Am meisten belastet sie die Kindererziehung und die Sorge um das Geld. 48 Prozent geben an, dass sie ihre eigenen Interessen zu oft zurückstellen.


15.05.2009 | Von: Stefanie Grutsch