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Redaktion apotheken.de » Gesundheit und Politik » Arzneimittelversorgung

Diabetesmedikament birgt Krebsgefahr


Experten warnen vor Wirkstoff Pioglitazon


Diabetespatienten, die Arzneien mit dem Wirkstoff Pioglitazon einnehmen, haben ein erhöhtes Risiko an Harnblasenkrebs zu erkranken. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) rät Ärzten davon ab, neuen Patienten diesen Wirkstoff zu verschreiben. Diabetikern, die solch ein Medikament bereits einnehmen, empfehlen sie: Erst den Arzt fragen, dann das Präparat absetzen.

Hinweise auf Krebsgefahr häufen sich

Einige Studien belegten bereits, dass die Einnahme von Pioglitazon Harnblasenkrebs begünstigt. In einer Tierstudie bekamen männliche Ratten vermehrt Tumoren, wenn sie Pioglitazon in einer für den Patienten üblichen Dosis erhielten. Auch beim Menschen häufen sich die Anzeichen. So ermittelte eine amerikanische Studie im Jahr 2009 ein erhöhtes Risiko. Kürzlich kamen französische Forscher zu einem ähnlichen Ergebnis. In einer rück­blickenden Studie verglichen sie 155.535 Diabetiker, die Pioglitazon einnahmen, mit über einer Million Patienten, die andere Mittel schluckten. Auch hier traten unter dem Wirkstoff mehr Blasenkrebserkrankungen auf.

Wo steckt der Wirkstoff drin?

Das Medikament Actos® enthält Pioglitazon. Zugelassen ist dieses Mittel seit dem Jahr 2000. Ärzte setzen es meist ein, wenn Patienten mit Typ-2-Diabetes auf eine Therapie mit dem Wirkstoff Metformin nicht ansprechen. Im März 2011 hob der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) die Verordnungsfähigkeit für Pioglitazon auf. Das heißt, die Krankenkassen übernehmen die Kosten dafür nicht mehr. Zudem stehen Patienten mittlerweile alternative orale Antidiabetika zur Verfügung. Es ist daher anzunehmen, dass Ärzte kaum noch pioglitazonhaltige Medikamente verschreiben. Bis auf Weiteres ruht die Zulassung in Deutschland ohnehin.


15.06.2011 | Von: Dr. nat. med. Anke Kopacek