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Redaktion apotheken.de » Magen und Darm

Diabeteswirkstoff mit Nebenwirkung


Gefahr von Bauchspeicheldrüsenentzündung


Im Jahr 2006 wurde der Diabeteswirkstoff Sitagliptin – erhältlich in den Präparaten Januvia® und Janumet® – eingeführt. Seither zählte die amerikanische Arzneibehörde 88 Fälle von akuter Bauchspeicheldrüsenentzündung bei Patienten, die diese Medikamente schluckten. Die FDA vermutet einen Zusammenhang, den der Hersteller in einer Pressemitteilung bezweifelt.

Hersteller bezweifelt Zusammenhang


In den USA ist Sitagliptin seit Oktober 2006 auf dem Markt. Die europäische Arzneimittelbehörde EMEA hat den Wirkstoff im März 2007 zugelassen. Er dient zur Behandlung von Diabetes-Typ-2, indem er den Abbau von bestimmten Hormonen hemmt und so die Insulinproduktion in der Bauchspeicheldrüse anregt.

Nach Angaben des Herstellers wurden in einer klinischen Studie mit über 6.000 Patienten keine vermehrten Entzündungen der Bauchspeicheldrüse festgestellt. Mit der Begründung, dass ein Diabetes-Typ-2 ohnehin mit einem größeren Risiko für Bauchspeicheldrüsenentzündungen einhergehen würde, hält er einen ursächlicher Zusammenhang zwischen dem Medikament und den Erkrankungen für unwahrscheinlich.

Genau auf Symptome achten


Die Arzneimittelbehörde in den USA sieht das anders. Sie stellte fest, dass 21 Prozent – also 19 der 88 berichteten Entzündungen innerhalb eines Monats nach Therapiebeginn auftraten. Dieser zeitliche Zusammenhang lege auch einen ursächlichen Zusammenhang nahe. Bei 47 Patienten verbesserte sich außerdem die Erkrankung, nachdem sie Sitagliptin abgesetzt hatten. Die FDA weist allerdings auch darauf hin, dass 45 Patienten noch weitere Risikofaktoren für Bauchspeicheldrüsenentzündung hatten: Übergewicht oder zu hohe Cholesterinwerte etwa.
Insgesamt musste 58 der 88 Patienten im Krankenhaus behandelt werden, vier davon sogar auf der Intensivstation.

In ihrer Mitteilung will die FDA vor allem die Aufmerksamkeit von Ärzten und Patienten für die Möglichkeit einer Bauchspeicheldrüsenentzündung wecken. Es gelte, genau auf die Symptome zu achten, um möglichst früh behandeln zu können. Sonst steigt die Gefahr, dass die Erkrankung tödlich verläuft. Die am häufigsten berichteten Symptome in der Studie waren Unterleibsschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Ein weiterer Hinweis auf die Entzündung ist starker Gewichtsverlust. Die FDA rät Patienten, diese Symptome Ernst zu nehmen und schnell abklären zu lassen.


29.09.2009 | Von: Stefanie Grutsch