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Diagnosefinder
Dicksein macht traurig
Übergewichtige Kinder sind häufiger depressiv
Wenn Kinder zu dick sind, ist das oft nicht das einzige gesundheitliche Problem: Sie leiden häufig an begleitenden psychischen Erkrankungen. Bis zu drei Mal öfter als bei normalgewichtigen Kindern tritt bei adipösen Kindern eine solche Erkrankung auf.
157.000 Kinder untersucht
Ein Wissenschaftlerteam der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd hat die Daten von 157.000 Kindern im Alter zwischen 6 und 14 Jahren ausgewertet. Davon sind 6.000, also 3,8 Prozent, laut ärztlichem Befund fettleibig. Die Forscher haben geprüft, ob bestimmte psychische Erkrankungen und Schlafstörungen bei ihnen häufiger auftreten als bei den anderen Kindern.
Depression drei Mal so häufig
Das Ergebnis ist eine höhere Rate bei allen untersuchten psychischen Erkrankungen: Angst, Depression, ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Syndrom) und Schlafstörungen. Die krankhaft übergewichtigen Kinder leiden um 40 Prozent öfter an ADHS, um 70 Prozent öfter an Angststörungen und haben um 85 Prozent öfter eine Schlafstörung. Am deutlichsten fiel das Ergebnis beim Befund Depression aus: drei Mal so häufig erkrankten die übergewichtigen Kinder daran.
Präventive Maßnahmen notwendig
In der Pubertät ist die psychische Belastung der dicken Kinder besonders hoch. Vor allem Mädchen leiden dann unter einem gesellschaftlichen Schönheitsideal, das sie nicht erfüllen. Deshalb ist die Fettleibigkeit bei Mädchen häufiger als bei Jungen mit einer psychischen Erkrankung verbunden. Heike Eschenbeck, Klinische Psychologin und Autorin der Studie, sieht angesichts der Ergebnisse die Notwendigkeit vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen: „Bei der Adipositas in jungen Jahren müssen wir noch stärker das seelische Wohlbefinden mit ins Auge fassen.“
- Links:
- In der Wissenschaftszeitung Obesity Facts ist eine Zusammenfassung der Ergebnisse erschienen.



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