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Die zehn großen Schlaganfall-Risiken
Mediziner listen Risikofaktoren für Schlaganfall
90 Prozent aller Schlaganfälle werden von zehn Risikofaktoren verursacht, viele davon sind vermeidbar. Das ist das Ergebnis von Wissenschaftlern der kanadischen McMaster Universität, die ihre große „Interstroke-Studie“ in der Fachzeitschrift Lancet veröffentlichten.
Fünf Faktoren für 80 Prozent Schlaganfälle verantwortlich
6.000 Menschen in 22 Ländern, darunter auch Deutschland, wurden untersucht: 3.000 Schlaganfall-Patienten, 3.000 Gesunde zur Kontrolle. Die Wissenschaftler errechneten, welcher Anteil aller Schlaganfälle mit einem jeweiligen Risikofaktor verknüpft ist. Das Ergebnis:
- Bluthochdruck spielt bei 34,6 Prozent der Schlaganfälle eine Rolle
- Bewegungsmangel bei 28,5 Prozent
- Übergewicht (des so genannten Apfeltyps) bei 26,5 Prozent
- Rauchen bei 18,9 Prozent und
- Falsche Ernährung bei 18,8 Prozent
Diese fünf wichtigsten Risikofaktoren allein sind für 80 Prozent aller Schlaganfälle verantwortlich. Dass die Prozentzahlen zusammen gerechnet mehr als 100 ergeben liegt daran, dass sich die Risikofaktoren auch gegenseitig bedingen.
Fünf Faktoren, die zusammen weitere zehn Prozent aller Schlaganfälle verursachen:
- Erhöhte Blutfettwerte und ungünstige Verteilung von LDL- und HDL-Cholesterin
- Diabetes
- Alkoholkonsum (etwa ein Glas Alkohol täglich)
- Stress und Depressionen
- Herzerkrankungen
Studienleiter Salim Yusuf weist darauf hin, dass alle diese Risikofaktoren mit Ausnahme der Herzerkrankungen in einer früheren Studie bereits auch als die wichtigsten Risikofaktoren für einen Herzinfarkt ermittelt wurden, wenn auch mit anderer Gewichtung. Angesichts dieser Ergebnisse fordert er mehr Vorbeugemaßnahmen gegen die vermeidbaren Faktoren: „Gezielte bevölkerungsbasierte Maßnahmen, die Bluthochdruck und Rauchen verringern, sowie körperliche Aktivität und gesunde Ernährung fördern, könnten die weltweite Belastung durch Schlaganfälle wesentlich reduzieren helfen.“ Schlaganfälle sind weltweit die zweithäufigste Todesursache.
- Links:
- Ein Abstract der Studie (Englisch) ist online in der Fachzeitschrift Lancet veröffentlicht. Mehr Informationen dazu (Deutsch) ebenfalls auf der Seite der Zeitschrift.



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