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Drogen-Markt im Aufwind


Immer mehr unerlaubte Rauschmittel im Umlauf


Neue Drogen überschwemmen den Markt. In den letzten 15 Jahren haben Produzenten insgesamt 140 neue Rauschmittel in Umlauf gebracht, davon allein 41 im letzten Jahr. Das teilen die europäischen Beobachtungs­stellen für Drogen und Drogensucht und die Kriminal­behörde Europol in einem gemeinsamen Bericht mit.

Deckmantel Kräutermischung

Immer wieder entdecken Drogenbehörden bisher unbekannte Rauschmittel. Im Jahr 2008 zählten sie 13, ein Jahr später bereits 24. Mittlerweile hat sich diese Zahl fast verdoppelt. Bei diesem Tempo kommen Gesetzgeber kaum hinterher. So finden Drogen-Produzenten immer wieder Schlupflöcher, um Rauschmittel „legal“ zu vermarkten. Alles, was sie dazu brauchen, sind Substanzen, die bisher nicht verboten sind. Den Vertrieb regeln sie über das Internet oder so genannte Head-Shops, wo Ver­packungen Namen wie „Badesalz“ oder „Kräuter­mischung“ tragen. Dadurch entsteht der Eindruck, es handele sich um legale und ungefährliche Substanzen. Das Gegenteil ist aber der Fall. Wer solche Substanzen konsumiert, dem drohen lebensgefährliche Vergiftungen: Es kann zu Ohnmacht, Psychosen, Kreislaufversagen oder Muskelzerfall kommen.

Die Nachfolger verbotener Drogen

Deshalb warnen Behörden vor diesen Substanzen. So wie im Fall der Kräutermischung „Lava Red“, dem Nachfolger der vor zwei Jahren verbotenen Droge „Spice“. Diese Droge enthält synthetische Cannabinoide – Substanzen, die denen in Cannabis ähneln. In den letzten Jahren identifizierten die Behörden elf mit „Spice“ verwandte neue Substanzen. Diese sind mittlerweile in 16 euro­päischen Ländern verboten. Es ist anzunehmen, dass in den nächsten Jahren weitere Nachfolger auf den Markt drängen.


12.05.2011 | Von: Dr. nat. med. Anke Kopacek