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Diagnosefinder
Hilfe gegen Migräneattacken
Magnetische Gehirnstimulation bekämpft Kopfschmerzen
Migränepatienten sind in der Regel auf Schmerzmittel angewiesen. Nun ist es möglich, Migräneattacken auch nebenwirkungsfrei mit magnetischer Gehirnstimulation zu behandeln, wie amerikanische Wissenschaftler berichten.
Magnetbehandlung zuhause
In der Studie um den Neurologen Richard Lipton vom Albert Einstein College of Medicine in New York behandelten sich Migränepatienten mit einem Magneten selbst, in dem sie durch Anlegen des Magneten am Hinterkopf ein Magnetfeld erzeugen. Dabei gelangen magnetische Wellen ins Gehirn, die die Erregbarkeit der Nervenzellen herabsetzt und die Schmerzen bekämpft.
Menschen, die an Migräne mit Aura leiden, sehen Lichtblitze und fühlen ein Kribbeln bevor die starken Kopfschmerzen einsetzen. Die 164 Studienteilnehmer, die an Symptomen wie Sehstörungen und mittleren bis schweren Kopfschmerzen litten, wurden in zwei Gruppen aufgeteilt. Die eine bekam einen echten Magneten zur Selbstbehandlung von Migräneanfällen. Die andere erhielt nur einen Scheinmagneten. Die Ärzte forderten die Patienten auf, den Magneten bei bis zu drei Migräneanfällen mit Aura anzuwenden, insgesamt über einen Zeitraum von drei Monaten. Schmerzmittel waren in dieser Zeit nicht erlaubt.
Schmerzfrei bis zu zwei Tage
Am Ende der Studie gaben 39 Prozent der Nutzer des echten Magneten an, bis zu 48 Stunden nach Behandlung schmerzfrei gewesen zu sein. Auch die Scheinmagnet-Nutzer berichteten, dass die Schmerzen verschwunden sind, mit 22 Prozent waren es aber deutlich weniger. Neben dem positiven Effekt der Magnetbehandlung, Kopfschmerzen zu bekämpfen, linderte sie auch die anderen Migränesymptome wie Übelkeit, Geräusch- und Lichtempfindlichkeit.
Wie die Ergebnisse deutlich machen, könnte die Magnetbehandlung bei akuter Migräne künftig die Schmerzmittelbehandlung ersetzen. Die Direktorin der britischen Migräne-Stiftung Wendy Thomas weist aber darauf hin, dass weitere Untersuchungen notwendig sind, um die genaue Dosis, also die Magnetwellenstärke und Einwirkzeit, zu bestimmen.
Behandlung neurologischer Erkrankungen
Die magnetische Gehirnstimulation wird bereits zur Diagnostik und Behandlung von neurologischen Erkrankungen eingesetzt. Von dieser Methode profitieren beispielsweise auch Patienten, die an Tinnitus, Epilepsie oder Depressionen leiden.
- Links:
- Die Studienergebnisse der Forschergruppe um Richard Lipton wurden in der Fachzeitschrift "The Lancet Neurology" online veröffentlicht.



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