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Redaktion apotheken.de » Gesund leben | Vorsorge » Forschung verstehen

Ein Arzneischrank, der mitdenkt


Intelligentes Medizinmöbel signalisiert Medikamenteneinnahme


Medizin richtig einnehmen, ist nicht immer einfach. Die eine Pille muss man morgens schlucken, die andere abends. Manche vor dem Essen, andere danach. Wer täglich mehrere Medikamente einnimmt, dem droht schnell mal eine Pille durch die Lappen zu gehen. Noch. Denn künftig könnte Sie ein automatisierter Medizinschrank pünktlich an die Einnahme erinnern.

Daten speichern, verknüpfen, Signale geben

Sie können sich schwer vorstellen, dass ein Arzneischrank mit Ihnen „redet“? Dennoch, möglich ist es – und in naher Zukunft könnte auch in Ihrem Bad so ein Schrank hängen. Den Prototyp eines intelligenten Medizinschranks haben Wissenschaftler der Universität Stuttgart entwickelt. Außen sieht der Schrank aus wie jeder andere Arznei-Hängeschrank. Dazugewonnen hat er lediglich die Kommunikationstechnik.

Um verlässlich arbeiten zu können, speichert das Medizinmöbel zunächst alle wichtigen Daten. Es registriert beispielsweise, welche Medikamente Sie wann in welcher Dosis einnehmen müssen. Zusätzlich erfasst das Gerät Informationen von Packungsbeilagen und Rezepten und verknüpft diese Daten. Über eine Sprachausgabe oder farbige Blinksignale erfahren Sie dann, wann es Zeit ist für Ihre Medizin. Das Gerät kann aber noch mehr. Es informiert Sie auch über mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten und sagt Ihnen, wann das Medikament abgelaufen ist.

Die Übersicht behalten

Der neue Medizinschrank soll vor allem älteren Menschen zugutekommen, die oft viele Pillen parallel schlucken müssen. Doch auch denjenigen, die nicht jeden Tag Medizin brauchen, nützt solch ein Gerät. Denn, wenn Sie regelmäßig daran erinnert werden, Ihren Arzneischrank auszumisten, verlieren Sie nicht den Überblick. Also halten Sie doch mal Ihre Augen und Ohren offen. Vielleicht dauert es ja gar nicht mehr lange, bis das intelligente Medizinmöbel im Laden steht.


12.07.2011 | Von: Dr. nat. med. Anke Kopacek