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Redaktion apotheken.de » Gesundheit und Politik » Arzneimittelversorgung

Endstation Beipackzettel


Beipackzettel und Dosierhilfen widersprechen sich oft


Wenn es darum geht, ein Medikament richtig zu dosieren, stehen viele vor einem großen Rätsel. Zum einen sind die Beipackzettel oft unverständlich geschrieben. Zum anderen widersprechen sich die Maßangaben im Zettel häufig mit denen auf den dazugehörigen Dosierhilfen. Auf diesen Missstand macht eine aktuelle US-amerikanische Studie aufmerksam.

Fast alle Medikamente fehlerhaft

Kinderärzte von der Universität New York begutachteten 200 der in den USA meistverkauften Medikamenten: alles rezeptfreie Säfte, Lösungen oder andere flüssige Arzneien gegen Erkältungen, grippale Infekte, Schmerzen oder Allergien. Bei flüssigen Medikamenten ist die Gefahr besonders groß, sie ungewollt überzudosieren. Vor allem Kinder sind dadurch gefährdet.
Wie sich herausstellte, waren die Angaben auf Beipackzetteln und Dosierhilfen zu 98 Prozent fehlerhaft oder widersprüchlich. So stimmten in manchen Fällen die Maßeinheiten vom Beipackzettel nicht mit den dazugehörigen Spritzen und Messbecher überein. In anderen Fällen besaßen die Dosierhilfen noch nicht einmal eine Markierung. Auch enthielten manche Packungsbeilagen „Maßeinheiten“ wie Tee- oder Esslöffel. Korrekt ist das nicht, denn ein Löffel ist keine standardisierte Maßeinheit: Je nach Art des Bestecks im heimischen Küchenschrank fallen sie unterschiedlich groß aus. Richtig ist es daher, ein Standardmaß wie Milliliter (ml) anzugeben und einen dazu passenden Messbecher mitzuliefern. Nur so können Dosierungsfehler vermieden werden.

Richtlinien ja, Verpflichtung nein

Es liegt vor allem an den Pharmaunternehmen, ihre Beipackzettel und Dosierhilfen einfach und einheitlich zu gestalten. Zwar hat die US-amerikanische Arzneimittelbehörde Richtlinien erlassen, wie Pharmaunternehmen Medikamente herstellen, vertreiben und bewerben sollen. Aber nur wenige halten sich offenbar daran: Die Richtlinien sind bisher nicht bindend.


02.12.2010 | Von: Dr. nat. med. Anke Kopacek