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Redaktion apotheken.de » Neurologie
Die rechte Gehirnhälfte erinnert sich besser, wenn die linke nicht dazwischen funkt.
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Stromstöße verbessern das Gedächtnis


Der Griff in die Steckdose als Gehirndoping? Ganz so dramatisch ist es nicht, was Wissenschaftler der Universität Sydney und der Harvard Medical School in Boston erprobt haben: Sie fanden heraus, dass sanfte Stromstöße über die Schläfen das visuelle Gedächtnis deutlich verbessern.

Aktive rechte Gehirnhälfte gewinnt

Der wissenschaftliche Ansatz, der hinter der gedächtnissteigernden Wirkung von Stromstößen steckt, klingt allerdings doch recht radikal: Die linke Gehirnhälfte wird lahm gelegt, während die rechte elektrisch stimuliert wird. Dadurch kann die rechte Hirnhälfte sich besser konzentrieren und deshalb auch besser erinnern.

Getestet haben die Neurologen um Richard Chi dieses Verfahren an 36 Freiwilligen. Zu Beginn zeigten ihnen die Forscher zwölf Bild-Projektionen, mit unterschiedlichen Formen in unterschiedlicher Zahl, Anordnung Farbe und Größe. Es ging darum, sich an möglichst viele von ihnen zu erinnern.

Diese Aufgabe wiederholte sich – zuvor jedoch gab es die Stromstöße. 13 Minuten lang gab es sanfte Stromstöße über beide Schläfen. Bei der einen Hälfte der Teilnehmer wurde auf diese Weise gezielt die rechte Gehirnhälfte lahm gelegt, bei den anderen Teilnehmern die linke. Diese Gruppe mit aktiver rechter Hirnhälfte schnitt bei den neuerlichen Gedächtnistests deutlich besser ab. Die rechte Gehirnhälfte ist für Vernunft, Zahlen und Daten zuständig, die linke für Gefühle und Kreativität. Die Forscher vermuten deshalb, dass bei lahm gelegter linker Hälfte die Gedächtnisleistung deshalb besser ist, weil überflüssige, verwirrende Informationen ausgeblendet werden und sich die rechte Seite besser konzentrieren kann.


23.08.2010 | Von: Stefanie Grutsch; Bild: iStockphoto