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Engpass bei Schweinegrippe-Impfstoff
Apotheker beklagen Fehlplanung bei der Impfstoffverteilung
Nachdem die Schweinegrippe-Impfung erst schleppend angelaufen ist, wollen sich jetzt immer mehr Menschen impfen lassen. Doch vielerorts wird der Impfstoff bereits knapp, obwohl die Länder genug bestellt haben. In Niedersachsen etwa gibt es bereits Wartelisten. Schuld daran sei nicht nur die Produktion sondern vor allem die schlecht geplante Verteilung, sagt der Bundesverband Deutscher Apothekenkooperationen (BVDAK).
Unsinnige Packungsgröße
Der Vorsitzende des BVDAK, Dr. Stefan Hartmann, erläutert am Beispiel Bayerns, warum sich die Verteilung des Impfstoffs so schwierig gestaltet und eine flächendeckende Versorgung bislang nicht erreicht wurde. Weder die Apothekerschaft noch die pharmazeutischen Großhandlungen seien in die Verteilungs-Strategie von Regierungen und Herstellern eingeweiht gewesen, sodass sie nicht zu deren Gelingen beitragen konnten. „Deshalb sind wir von dem ursprünglichen Ziel, den Menschen in allen Regionen die Impfung zu ermöglichen, meilenweit entfernt“, sagt Hartmann.
Viel zu spät haben die Apotheker laut BVDAK erfahren, dass der Impfstoff nur in Packungen zu 500 Impfdosen bestellbar ist. Eine solche Packung kostet über 5.000 Euro und ist für die meisten kleineren Apotheken deutlich zu groß. Der durchschnittliche Bedarf liegt bei 70 Impfdosen pro Apotheke. Da es auch kein Rückgaberecht für überschüssige Dosen gibt, konnten viele Apotheker den Impfstoff gar nicht bestellen.
Große Impfstoffmengen bleiben ungenutzt
In Bayern haben sich Apotheken deshalb zu Kooperationen zusammengeschlossen, die den Impfstoff untereinander unbürokratisch verteilen und auch an Arztpraxen, die Bedarf anmelden, direkt weitergeben. Doch mittlerweile wurde der Einkaufspreis für Apotheker gestrichen – sie können den Impfstoff zunächst umsonst beziehen. Dadurch bestellen nun natürlich auch Apotheken, die zuvor nicht die nötigen Kapazitäten hatten. Da die Großpackungen jedoch weiterhin nicht geteilt werden, bleiben große Mengen des Impfstoffs ungenutzt. „Wir laufen derzeit Gefahr, dass eine nicht unerhebliche Zahl von Impfdosen in den Schubladen verschwindet“, warnt Hartmann. „Hätte man uns Apotheker frühzeitig in die Entscheidungen einbezogen, wäre dieses Chaos nicht passiert.“



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