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Diagnosefinder
Epilepsiemedikamente in der Schwangerschaft
Valproinsäure schadet der geistigen Entwicklung des Kindes
Schwangere Epileptikerinnen sollten das Medikament Valproinsäure meiden. Es erhöht das Risiko von Fehlbildungen. Außerdem stört der Wirkstoff die Entwicklung des kindlichen Gehirns und verursacht so eine Intelligenzminderung. Das geht aus einer laufenden Beobachtungsstudie im New England Journal of Medicine hervor.
Manchmal keine Alternative zu Valproinsäure
Auf die Studie reagiert die Amerikanische Akademie für Neurologie (AAN) in ihren Leitlinien mit einer Warnung vor Valproinsäure in der Schwangerschaft. Valproinsäure ist ein Wirkstoff, der zur Vorbeugung epileptischer Krampfanfälle dient. Patientinnen müssen ihn regelmäßig und dauerhaft einnehmen.
Die internationale Beobachtungsstudie hat 309 Kinder zwischen zwei und drei Jahren untersucht. Ihre Mütter hatten während der Schwangerschaft Epilepsiemedikamente genommen. Die Kinder, deren Mütter während der Schwangerschaft Valproinsäure genommen hatten, haben einen niedrigeren Intelligenzquotienten, als die, deren Mütter ein anderes Medikament bekommen hatten. Diese Intelligenzminderung bei Einnahme von Valproinsäure war unabhängig von der Intelligenz der Mütter. Bei den anderen getesteten Medikamenten hingen die Werte der Kinder dagegen mit denen der Mütter zusammen.
Die Studie ergab auch, dass die negativen Auswirkungen auf das Baby sich mit der Dosis steigern. Je mehr Valproinsäure Schwangere nehmen, desto niedriger ist der IQ ihres Kindes.
Epileptische Anfälle gefährden Mutter und Kind
Dass Valproinsäure zusätzlich das Risiko von körperlichen Fehlbildungen erhöht, ist schon länger bekannt. Doch bei manchen Epilepsieformen beugt nur Valproinsäure epileptischen Anfällen sicher vor. Das ist vor allem in der Schwangerschaft wichtig, denn ein Anfall gefährdet das Leben von Mutter und Kind.
Deshalb wird die Konzentration des Wirkstoffs im Körper während der Schwangerschaft regelmäßig kontrolliert. Sie sinkt bei Schwangeren automatisch ab, sodass eventuell die Dosis erhöht werden muss. Gleichzeitig ist es wichtig, die niedrigste Dosis zu finden, bei der kein Anfall droht, um das Risiko von Fehlbildungen und Hirnschäden zu minimieren.
Die Leitlinien der AAN empfehlen, Epileptikerinnen mit Kinderwunsch auf ein anderes Medikament umzustellen, wann immer das möglich ist. Oft werden Epilepsiemedikamente auch als Schmerzmittel oder bei psychischen Erkrankungen verschrieben. Auch in solchen Fällen sollte der Wirkstoff ersetzt werden, wenn eine Patientin schwanger ist oder werden will.



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