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EU berät über Ampel-Kennzeichnung
Dünne Mehrheit gegen die Kennzeichnung von Lebensmitteln mit Rot-Gelb-Grün
Der Europäische Ausschuss für Umweltfragen, Volksgesundheit und Lebensmittelsicherheit hat am 16. März 2010 über einen Entwurf der EU-Kommission über die Information der Verbraucher zu Lebensmitteln beraten.
Knappes Ergebnis
Die Abstimmung verlief denkbar knapp. Mit 31 zu 30 Stimmen befürwortete ein hauchdünne Mehrheit den Entwurf einer EU-Verordnung, der auf die Farben-Kennzeichnung verzichtet. Noch ist das aber kein bindender Beschluss: voraussichtlich im Mai soll das gesamte Europäische Parlament abstimmen, eine endgültige Entscheidung wird erst in einigen Monaten fallen.
Kinderärzte aus ganz Europa hatten sich im Vorfeld mit einem dringenden Appell für die Ampelkennzeichnung an die EU-Parlamentarier gewandt und betont, wie wichtig angesichts der großen Probleme mit Übergewicht bei Kindern eine leicht verständliche Kennzeichnung ist. "Wir bitten Sie dringend, nicht nur die Interessen der Nahrungsmittelindustrie zu unterstützen", hieß es in dem Schreiben.
Verständliche Kennzeichnung gefordert
„Bei der Prävention von Übergewicht ist eine verbraucherfreundliche und für alle Menschen leicht verständliche Lebensmittelkennzeichnung wie die Ampel unverzichtbar. Sie ist ein wesentlicher Bestandteil unseres Engagements für eine gesunde Lebensweise von Kindern und Erwachsenen“, sagt Jürgen Graalmann, stellvertretender Vorsitzender des AOK-Bundesverbandes und ergänzt: „Ernährungsbedingte Krankheiten verursachen allein in Deutschland Kosten von rund 70 Milliarden Euro jährlich.“
Vor allem konservative EU-Abgeordnete sind gegen die Ampel und auch Deutschlands Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) lehnt sie ab. Das Schema sei zu simpel, entbehre jeder wissenschaftlichen Grundlage und führe die Verbraucher in die Irre, sagen die Lebensmittelkonzerne.
Die Verbraucher dagegen wünschen sich mit großer Mehrheit eine klarere Kennzeichnung, wie mehrere repräsentative Umfragen etwa der deutschen Krankenkassen oder der Verbraucherschutzorganisation Foodwatch zeigen.



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