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Diagnosefinder
Fälschungssichere Medikamente
Neue Technik verhindert Fälschung von Medikamenten
Eine Art elektronisches Echtheitssiegel für Medikamente entwickeln jetzt Forscher vom Produktionstechnischen Zentrum (PZH) der Leibniz Universität.
Zement statt Wirkstoff
Gefälschte Medikamente sind eine Gefahr für Patienten. Obwohl der Markt in Deutschland recht fälschungssicher ist, ist das Problem der Produktpiraterie durch Internethandel und Globalisierung größer geworden. Viele Nachahmer-Präparate kommen aus Indien, China und den Vereinigten Arabischen Emiraten. In einigen Ländern Afrikas, Asiens und Osteuropas vermutet man bis zu 50 Prozent gefälschte Arzneien: Hustensäfte etwa werden mit Enteisungsspray versetzt oder Pillen mit Zementpulver. „In den harmloseren Fällen enthalten die Präparate dann weniger oder gar keinen Wirkstoff“, erläutert Lennart Schulz vom PZH.
Radiowellen überwachen Arzneimittel
Das elektronische Sicherheitssiegel, das er und seine Kollegen entwickelt haben, soll eine lückenlose Kontrolle der Arzneien vom Hersteller bis zum Patienten sicherstellen. Das Zertifikat funktioniert über einen so genannten RFID-Transponder. RFID steht für Radio Frequency Identification. Er besteht aus einem kleinen Chip zur Datenspeicherung und einer Mini-Antenne auf der Innenseite der Verpackung. Über Funkwellen werden Daten auf den Chip eingeschrieben und ausgelesen. So kann der gesamte Weg des Medikaments von der Fertigungshalle über den Verpackungsprozess, die Zwischenhändler bis hin zur Apotheke zurückverfolgt und geprüft werden. Dadurch können Fälscher ihre Plagiate nicht mehr einfach in Umlauf bringen. „Jede einzelne Schachtel müsste aufwendig plagiiert und wieder eingeschleust werden“, sagt Lennart Schulz.
Gemeinsam auf den Prüfstand
Damit die neue Kontrolltechnik alltagstauglich ist, muss sie für Händler, Spediteure und Apotheken einfach zu handhaben sein. Dafür haben Schulz und seine Kollegen einen speziellen RFID-Prüfstand entwickelt, der es möglich macht, die Medikamentenschachteln palettenweise zu überprüfen. Die Anwender können mit dem Prüfstand die Chips in den Verpackungen automatisch untersuchen, ohne die Gebinde zu öffnen. Das ist bei Barcodes, mit denen Medikamentenverpackungen bislang fast ausschließlich ausgestattet sind, nicht möglich.



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