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Redaktion apotheken.de » Blut, Krebs und Infektionen

Familiärer Brustkrebs


Vorsorgliche Brustentfernung nicht immer nötig


Brustkrebs ist die häufigste Krebsart bei Frauen in Deutschland: Jede Zehnte ist im Laufe ihres Lebens davon betroffen. In fünf bis zehn Prozent der Fälle wird die Erkrankung vererbt. Meist sind dafür Veränderungen in den Brustkrebsgenen BRCA1 oder BRCA2 die Ursache. Bei Trägerinnen solcher Genveränderungen besteht neben einem deutlich erhöhten Erkrankungsrisiko außerdem die Gefahr, dass sich im Krankheitsfalle früher oder später auch in der anderen Brust ein bösartiger Tumor entwickelt. Dies führt dazu, dass sich viele betroffene Frauen bereits nach der Erstdiagnose beide Brüste entfernen lassen.

Weltweit größte Studie zum Zweiterkrankungsrisiko 

Mit Unterstützung der Deutschen Krebshilfe hat das Deutsche Konsortium für Familiären Brustkrebs nun die weltweit größte Studie zum Zweiterkrankungsrisiko vorgelegt. Die Ergebnisse ermöglichen erstmals eine individuelle Risikoabschätzung bei den Betroffenen. 

Bei jeder 25. Frau, die an Brustkrebs erkrankt, ist eines der Hochrisiko-Gene BRCA1 oder BRCA2 verändert. Das Risiko für Brustkrebs liegt bei Trägerinnen dieser Genveränderungen bei 70 bis 80 Prozent. „Bisherige Untersuchungen beziffern die Gefahr, dass im Laufe der Zeit auch die andere Brust betroffen sein wird, auf rund 30 bis 40 Prozent in zehn Jahren“, erklärt die Leiterin der Studie, Professor Rita Schmutzler von der Universitätsfrauenklinik Köln. „Vor diesem Hintergrund entscheiden sich viele Frauen dafür, die gesunde Brust vorsorglich entfernen zu lassen, um das Wiedererkrankungsrisiko zu mindern und nicht erneut eine Krebstherapie über sich ergehen lassen zu müssen.“

Risiko kann nicht pauschal benannt werden

Die Studie zeigt nun erstmals, dass das Risiko, erneut an Brustkrebs zu erkranken, nicht so pauschal benannt werden kann wie bislang angenommen. Im Rahmen der Studie wurden über 1.000 Frauen untersucht, die eine Mutation in einem der Hochrisiko-Gene tragen und bereits Brustkrebs hatten.

„Unsere Ergebnisse belegen, dass das Wiedererkrankungsrisiko signifikant vom betroffenen Gen und vom Alter der Frau abhängen, in dem zum ersten Mal Brustkrebs festgestellt wurde“, sagt Schmutzler. Bei einer Frau, die aufgrund einer Mutation im BRCA1-Gen vor dem 40. Lebensjahr erkrankt, besteht beispielsweise ein Risiko von rund 43 Prozent, dass sich in den nächsten 15 Jahren auch ein Tumor in der anderen Brust entwickelt. Für eine BRCA2-Mutationsträgerin, die nach dem 50. Lebensjahr erstmalig betroffen ist, liegt das Zweiterkrankungsrisiko dagegen nur bei rund 18 Prozent.

Bessere Beratung betroffener Frauen

„Diese Daten sind von großer Bedeutung für die Beratung der betroffenen Frauen. Denn unsere Ergebnisse ermöglichen nun erstmals eine individuellere Risiko-Kalkulation“, sagt Schmutzler. Diese diene als Basis, um sich für oder gegen eine vorsorgliche Entfernung der Brustdrüse zu entscheiden.

„Die Untersuchung belegt am Beispiel des familiären Brustkrebses, wie wichtig es ist, Krebs-Patienten in ausgewiesenen Zentren zu betreuen und die klinischen Daten systematisch zu erfassen und auszuwerten“, bewertet Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe, die Ergebnisse.


03.12.2009 | Von: Dorothee Steeb