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Feinstaub in Tunnels
1.000 mal höhere Luftbelastung
Die Erfahrung, dass es im Tunnel nicht besonders gut riecht, haben die meisten Autofahrer schon gemacht. Dass die Luft dort annähernd giftig ist, weil die Feinstaubbelastung bis zu 1.000 Mal höher ist, als in der normalen Stadtluft, haben australische Forscher jetzt nachgewiesen.
Erhebliche Gesundheitsrisiken
Die Forscher von der Technischen Univerität in Brisbane ließen in einem Experiment Fahrzeuge 300 mal durch einen vier Kilometer langen Tunnel in Sydney fahren. Ein am Wagen montiertes Messgerät maß dabei die Konzentration der Feinstaubpartikel in der Luft. Je nach Verkehr dauerte die Durchfahrt bis zu 26 Minuten. „Dabei haben wir Belastungen gemessen, die bis zu 1.000 mal höher waren, als in der städtischen Umgebung“, sagt Studienautorin Lidia Morawska. Damit sind erhebliche Gesundheitsrisiken verbunden.
„Die Folgen des Einatmens ultrafeiner Partikel, die bei der Treibstoffverbrennung entstehen, reichen von kleineren Atemproblemen bei gesunden Menschen bis zu Herzinfarkten und anderen Herzproblemen bei Menschen, die bereits ein schwaches Herz haben“, erklärt Morawska. Insassen in neueren Autos mit geschlossenen Fenstern seien im Tunnel grundsätzlich am besten vor der verschmutzten Luft geschützt. „Aber Menschen in älteren Fahrzeugen, die weniger gut abgedichtet sind, Motorrad- oder Cabriolet-Fahrer sind unglaublich hohen Konzentrationen ausgeliefert“, warnt die Wissenschaftlerin.
Elektrofilter würden helfen
Der Frankfurter Experte für Tunnelbelüftung Hinrich Rottmann weist angesichts der Studienergebnisse darauf hin, dass bedrohliche Werte auch in Deutschland auftreten können: „Bei Staus laufen die Motoren weiter und die Konzentration der Schadstoffe erhöht sich ständig.“ Um die damit verbundene Luftbelastung zu vermeiden, konzentriere man sich bisher auf Maßnahmen auf der Verkehrsseite. So soll etwa durch Ampelsteuerungen oder Geschwindigkeitsbegrenzungen der Zufluss in Tunnels reduziert und der Verkehr verflüssigt werden.
Zuverlässigere, technische Lösungen des Problems gibt es bisher nur in der Theorie. „Elektrofilter würden die Luft nur von gröberen Feinstaubpartikeln reinigen, während Textilfilter auch die allerfeinsten absorbieren könnten. Bisher bläst man jedoch lieber die verunreinigte Luft unter hohem Energieeinsatz durch Kamine in die Höhe und verteilt sie dann dort. Filter kommen zumindest unter bestimmten Bedingungen mit wesentlich weniger Energie aus, was auf Dauer billiger ist. Ohne Mehrkosten käme das auch der Umwelt zugute“, sagt Rottmann.
- Links:
- Die Studie wurde in der Zeitschrift Atmospheric Environment veröffentlicht.



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