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Finanzsorge statt Vorsorge
Praxisgebühr hält von Gesundheitsvorsorge ab
Jeder Zehnte Deutsche verzichtet auf die Vorsorgetermine zur Früherkennung von Erkrankungen, um die zehn Euro Praxisgebühr zu sparen. Das ergab eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Technikerkrankenkasse (TK).
Bevölkerung schlecht informiert
In der Umfrage zeigte sich, dass die Jüngeren noch mehr an der Gesundheit sparen, als Ältere. Von den unter 35-Jährigen gab sogar jeder Siebte an, wegen der Praxisgebühr auf die Früherkennungsuntersuchungen zu verzichten. Diese Sparmaßnahme ist allerdings unnötig, denn für Vorsorgeuntersuchungen fällt überhaupt keine Praxisgebühr an, egal ob Gesundheits-Check-up, Zahnvorsorge oder Krebsfrüherkennung. Doch nicht nur darüber sind die Deutschen schlecht informiert: „41 Prozent der Befragten wissen nicht, auf welche Untersuchungen sie Anspruch haben. Und jeder dritte Mann gab sogar an, dass er sich über Vorsorge noch gar keine Gedanken gemacht hat“, sagt Peter Düker, Mediziner bei der TK. Dass Männer nicht nur aus finanziellen Gründen Vorsorgemuffel sind, zeigte sich schon in früheren Umfragen (apotheken.de berichtete).
Anspruch auf kostenlose Vorsorge
Welche Vorsorgemaßnahmen von der Krankenkasse bezahlt werden, hängt vor allem vom Alter ab. Männer ab 45 Jahren können jährlich zur Krebs-Früherkennung gehen, die von den Krankenkassen bezahlt wird. Dabei untersucht der Arzt die äußeren Genitalien und vor allem die Prostata. Frauen haben ab 20 Jahren Anspruch auf die jährliche Krebsvorsorge beim Gynäkologen. Ab 30 Jahren kommen eine Untersuchung der Brust hinzu und ab 50 können Frauen zusätzlich am Mammographie-Screening der Brust teilnehmen.
Ab 35 Jahren haben Frauen und Männer alle zwei Jahre die Möglichkeit, das Hautkrebs-Screening zu nutzen. Ab 50 können sie zur Darmkrebsfrüherkennung mit einem Test auf verstecktes Blut im Stuhl und ab 55 alle zehn Jahre zur Darmspiegelung gehen.
Gerade bei Krebserkrankungen ist es wichtig, sie so früh wie möglich zu erkennen. Auf die Vorsorgeuntersuchungen sollte also niemand verzichten.



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