Gesund leben | Vorsorge
Eltern und Kind
Gesundheit und Politik
Krankheiten | Therapie
Premium Gesundheitsinfos
Archiv
« |
Februar - 2012 | » |
||||
| S | M | D | M | D | F | S |
|---|---|---|---|---|---|---|
01 | 02 | 03 | 04 | |||
| 05 | 06 | 07 | 08 | 09 | 10 | 11 |
| 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 |
| 19 | 20 | 21 | 22 | 23 | 24 | 25 |
| 26 | 27 | 28 | 29 | |||
Diagnosefinder
Fließbandarbeit macht alt
Eintönigkeit lässt Menschen schneller altern
Wer viele Jahre stumpfe, eintönige Arbeit am Fließband verrichtet, der altert im Kopf schneller als Kollegen mit abwechslungsreichen Tätigkeiten. Das hat eine Forschergruppe der Technischen Universität Dortmund jetzt gezeigt. Im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales erforscht sie die Stärken und Schwächen älterer Arbeitnehmer. Dass Fließbandarbeiter durch eintönige Arbeit in teils unbequemen Positionen häufig körperliche Schäden davontragen, ist bekannt. Jetzt ist klar, dass auch die Gehirnleistung an der Eintönigkeit leidet.
Gehirntests am EEG
Die Forschergruppe um Prof. Michael Falkenstein hat für ihre Untersuchung 91 Arbeitern der Opel-Werke in Bochum „in die Köpfe geschaut“. Sie mussten in einem im Werk eingerichteten Untersuchungsraum Tests am Bildschirm meistern und dabei eine vielfach verkabelte Haube aufsetzten, die es Falkensteins Team erlaubte, ihre Hirnaktivität am Elektroenzephalogramm (EEG) zu verfolgen.
Die Versuchsgruppe bestand aus je 23 jüngeren Arbeitern zwischen 18 und 23 Jahren sowie 23 älteren zwischen 48 und 58 Jahren. Eine Kontrollgruppe bestand aus 23 älteren und 22 jüngeren Arbeitern, die nicht am Fließband arbeiten. Alle hatten nach Angaben der Forscher „recht schwierige psychometrische Tests“ zu absolvieren, bei denen sie beispielswiese möglichst schnell mit Maus-Klicks auf Ziffern reagieren mussten: Je nachdem ob sie gerade oder ungerade sind, kleiner oder größer als fünf musste geklickt werden, zum Teil nach einem bestimmten Muster, das die Arbeiter auch im Gedächtnis behalten mussten.
Ernüchternde Ergebnisse
Die Ergebnisse seiner Auswertung nennt Falkenstein ernüchternd. Ältere Teilnehmer, die seit vielen Jahren stumpfe, eintönige Arbeit am Fließband verrichten, sind im Kopf deutlich schneller gealtert als ihre Kollegen mit gleicher Ausbildung, aber anregenden Tätigkeiten. Das EEG zeigt: Geistig ähneln ältere Nicht-Fließband-Arbeiter, deren Arbeitsleben recht abwechslungsreich ist, viel eher den jungen Arbeitern, als ihren gleichaltrigen Kollegen am Fließband. Die Schwachstelle im Gehirn der älteren Fließbandarbeiter sei vor allem das Arbeitsgedächtnis, eine zentrale Gedächtnisfunktion, die wir täglich brauchen und die immer wieder aufgefrischt werden muss. Die Tests weisen darauf hin, dass Fließbandarbeiter ihr Gehirn bei der Arbeit abschalten können. Die Hände funktionierten fast automatisch, der Kopf ist ganz woanders.
Um die Lebensqualität der Arbeiter zu verbessern, schlägt Falkenstein mentales Training vor, das ihre grauen Zellen wieder aktivieren soll. Er und sein Team haben daher im Bochumer Opel-Werk einen Schulungsraum mit 25 Computern und geeignetem Trainingsprogramm bestückt. Zwei Mal wöchentlich können die Mitarbeiter hier für eineinhalb Stunden an ihren kognitiven Fähigkeiten arbeiten.




zurück