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Redaktion apotheken.de » Gesund leben | Vorsorge » Ernährungsmedizin

Ganz auf Milchprodukte verzichten?


Essen und Trinken bei Laktoseintoleranz


Schokolade, Milchkaffee oder Quark – Menschen mit Laktoseintoleranz kriegen nach dem Verzehr dieser Lebensmittel Durchfall, Blähungen oder krampfartigen Bauchschmerzen. Doch wer keinen Milchzucker verträgt, muss meist nicht komplett auf Milchprodukte verzichten.

Warum unverdauter Milchzucker Probleme macht

Unter einer Milchzuckerunverträglichkeit – auch Laktoseintoleranz genannt – leiden etwa 20 Prozent der Deutschen. Betroffene haben von Geburt an zu wenig Laktase – das Enzym, das den Milchzucker in verwertbare Kohlenhydrate aufspaltet. Bei Menschen mit Laktoseintoleranz, gelangt der Milchzucker nach dem Verzehr von Milch weitgehend unverdaut in den Dickdarm. Dort machen sich Darmbakterien über den Milchzucker her und bauen ihn zu Milchsäure, Kohlendioxid und Wasserstoff ab. Die Folge sind Beschwerden wie Durchfall, Blähungen und krampfartige Bauchschmerzen.

Auf die Menge kommt es an

Meist haben aber auch Menschen mit Laktoseintoleranz etwas Laktase im Körper. Geringe Milchzucker-Mengen machen deshalb oft keine Probleme. Als "laktosefreies Lebensmittel" und damit gut verträglich gelten Produkte mit einem Laktosegehalt von 0,1 bis 1 Gramm Milchzucker pro 100 Gramm Lebensmittel. Dazu gehören beispielsweise Hartkäsesorten wie Gouda, Edamer oder Tilsiter. Auch Butter ist erlaubt. Achten Sie beim Kauf von Milchprodukten auf die Angaben zum Kohlenhydratgehalt – der entspricht dem Gehalt an Laktase.

Sauermilchprodukte wie Joghurt, Kefir und Sauermilch werden meist trotz hohen Laktosegehalts gut vertragen. Denn die im Joghurt enthaltenen Milchsäurebakterien bauen den Milchzucker weitgehend ab. Um auf Schokolade nicht verzichten zu müssen, naschen Sie am besten Bitterschokolade. Die hat einen hohen Kakaoanteil und enthält kaum Milchzucker.

Wer auf Nummer sicher gehen will, greift auf völlig laktosefreie Produkte oder Sojamilch zurück. Es nützt hingegen nichts, auf Schafs- oder Ziegenmilch auszuweichen. Darin ist fast genauso viel Laktose enthalten wie in Kuhmilch.


30.12.2011 | Von: Andrea Bronberger