Gesund leben | Vorsorge
Eltern und Kind
Gesundheit und Politik
Krankheiten | Therapie
Premium Gesundheitsinfos
Archiv
« |
Mai - 2012 | » |
||||
| S | M | D | M | D | F | S |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 01 | 02 | 03 | 04 | 05 | ||
| 06 | 07 | 08 | 09 | 10 | 11 | 12 |
| 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 |
| 20 | 21 | 22 | 23 | 24 | 25 | 26 |
| 27 | 28 | 29 | 30 | 31 | ||
Diagnosefinder
Gefährliche Diätpillen im Internet
Appetitzügler führen zu Vergiftungen
Zum Sommer hin lockt das umfangreiche Internetangebot an Diätpillen und verspricht schnelle Hilfe. Doch die als pflanzlich und natürlich beworbenen Mittel können großen Schaden anrichten, wie Spezialisten am Beispiel des chinesischen Präparates Lida Dai zeigten.
Die Produktbeschreibung führt in die Irre
Die Internetwerbung für die chinesischen Schlankheitskapseln Lida Dai hört sich ungefährlich an: Es sei ein Nahrungsergänzungsmittel, das chinesische Pflanzen enthalte und seit vielen Jahren angewendet werde. Wissenschaftler der Giftnotrufzentralen entdeckten in den Diätkapseln jedoch den synthetischen Wirkstoff Sibutramin. Dieser amphetaminähnliche Appetitzügler ist in Deutschland verschreibungspflichtig: Nur Patienten mit krankhafter Fettleibigkeit dürfen das Medikament einnehmen.
Herzrasen, Bluthochdruck und Kopfschmerzen
Hinzu kommt, dass Lida Dai die Höchstdosis des chemischen Wirkstoffs Sibutramin bereits mit einer Pille um das Doppelte übersteigt. Da die Anwender das Mittel für ungefährlich halten, besteht die Gefahr, dass sie täglich sogar mehrere Pillen schlucken. Die Überdosierung machte sich bei Patienten durch Herzrasen, Bluthochdruck, Kopfschmerzen sowie Übelkeit und Schlafstörungen bemerkbar. Die Giftnotrufzentralen allein in Göttingen und Freiburg dokumentierten in der Zeit von Januar 2005 bis Juni 2008 siebzehn Vergiftungen durch Lida Dai. Bei zwei Patienten führte die Kombination mit anderen Medikamenten zu Psychosen, die stationär behandelt werden mussten.
Experten vermuten eine hohe Dunkelziffer
Die Wissenschaftler der Giftinformationszentralen gehen davon aus, dass viele Anwender die Vergiftungssymptome nicht auf das Schlankheitsmittel zurückführen und so bei einem Arztbesuch die Einnahme nicht angeben. Dadurch könnte die wirkliche Zahl der Vergiftungsfälle deutlich höher liegen. Die Auswertung der Daten zeigt außerdem, dass im ersten Halbjahr 2008 bereits genauso viele Meldungen zu Lida Dai eingegangen waren wie im gesamten Jahr 2007. Daher befürchten die Experten einen weiteren Anstieg der Fallzahlen. Lida Dai ist kein Einzelfall unter den im Internet erhältlichen Diätmitteln. Wer medikamentöse Hilfe im Kampf gegen die überflüssigen Pfunde sucht, sollte sich an seinen Arzt wenden oder in einer Apotheke beraten lassen.


zurück