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Erste Hilfe bei Herzinfarkt
Umfrage: Viele wissen nicht, was zu tun ist
Ein Herzinfarkt ist ein Notfall, bei dem jede Minute zählt. Ohne erste Hilfe kann er tödlich enden. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa, weiß aber jeder Zweite überhaupt nicht was im Notfall zu tun ist. Forsa befragte im Auftrag der Techniker Krankenkasse insgesamt 1.013 Personen.
Falsche Maßnahmen sind gefährlich
Sechzig Prozent der Befragten würden einen Patienten mit Herzinfarkt ruhig hinlegen und versuchen, seine Beine hoch zu lagern. Genau das wäre aber falsch und würde den seinen Zustand noch verschlimmern oder gar zum Tod führen, weil es das Herz zusätzlich belastet. Im Falle eines Herzinfarktes sollte man genau das Gegenteil tun: „Ist der Patient bei Bewusstsein, muss er bequem und mit erhöhtem Oberkörper gelagert werden. So wird das Herz entlastet“, sagt die Medizinerin Maria Schwormstedt. Ein Teil des Blutes versackt dabei in den Beinen und entlastet so den Herz- und Lungenkreislauf. Am besten setzt man den Betroffenen auf einen Stuhl mit Rückenlehne und Armstützen. Ist dies nicht möglich, kann er auch auf dem Boden sitzen und sich an eine Wand lehnen. Doch weniger als ein Drittel der Befragten würden eine solche Maßnahme ergreifen.
Nur jeder Fünfte weiß Bescheid
Zehn bis zwölf Minuten dauert es bundesweit im Durchschnitt, bis der Notarzt da ist. Zehn bis zwölf Minuten, in denen man als Ersthelfer durch wenige Sofortmaßnahmen Leben retten kann. Laut Umfrage weiß aber fast jeder Zweite überhaupt nicht, was zu tun ist, wenn jemand einen Herzinfarkt erleidet. Trotzdem würde er irgendwie versuchen zu helfen. Jeder Dritte würde einen Arzt rufen und selbst gar nichts tun – aus Angst, etwas falsch zu machen. Nur jeder Fünfte gibt an, über die nötigen Sofortmaßnahmen Bescheid zu wissen.
Lebensbedrohliches Gerinnsel
Bei einem Herzinfarkt verschließen Blutgerinnsel die Herzkranzgefäße, so dass das Herz nicht mehr ausreichend durchblutet wird. Erfolgt keine Behandlung stirbt der Herzmuskel ab. Je schneller das betroffene Gefäß wieder geöffnet wird, desto geringer fallen die Schäden aus. Einen Herzinfarkt erkennen Betroffene an starken brennenden oder stechenden Schmerzen im Brustkorb. Ihre Haut wird fahl und fühlt sich kalt-schweißig an.
Die richtigen Maßnahmen bei Herzinfarkt
- Sofort den Rettungsdienst unter dem Notruf 112 alarmieren.
- Wenn möglich, einen zweiten Helfer hinzuziehen.
- Bis zum Eintreffen des Notarztes muss das Herz entlastet werden. Dazu den Patienten mit erhöhtem Oberkörper lagern.
- Kragen, Gürtel und andere enge Kleidungsstücke öffnen und lockern.
- Für frische Luft und Ruhe in der Umgebung des Patienten sorgen.
- Verliert der Betroffene das Bewusstsein, atmet ungewöhnlich oder gar nicht mehr, muss er auf den Rücken gelegt und beatmet werden. Zeigt er dabei keine Lebenszeichen mehr, mit der klassischen Herzmassage beginnen.
- Die ganze Zeit beim Betroffenen bleiben und, wenn er bei Bewusstsein ist, beruhigend mit ihm sprechen, da der Schmerz Todesangst auslösen kann.



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