Notdienstapotheken
Serviceapotheken
Apotheken
Ärztliche Bereitschaft
Giftnotruf

Gesund leben | Vorsorge

Eltern und Kind

Gesundheit und Politik

Krankheiten | Therapie

Premium Gesundheitsinfos

Archiv

«
Mai - 2012
»
SMDMDFS
 01
02
03
04
05
06
07
08
09
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
2728
29
30
31 

Diagnosefinder

diagnosefinder
Medizinlexikon
A B C D E F G H I J K L M
N O P Q R S T U V W X Y Z
Twitter
 
Redaktion apotheken.de » Stoffwechsel
Weitere interessante Artikel

Gefahr: Schilddrüsenüberfunktion


Auch eine leichte Schilddrüsenüberfunktion behandeln?


Eine leichte Schilddrüsenüberfunktion ist gefährlicher als bisher vermutet. Produziert die Schilddrüse zu große Hormonmengen, kann das gravierende Folgen für die Betroffenen haben. Belgische Wissenschaftler veröffentlichten in der Fachzeitschrift The Lancet eine Untersuchung mit neuen Erkenntnissen: Menschen sterben früher, auch wenn sie nur an einer leichten Überfunktion der Schilddrüse leiden.

Therapie überdenken

Die Forscher fanden heraus, dass vor allem Männer über 60 Jahren mit einer oft nur leichten Schilddrüsenüberfunktion früher sterben. Die Schilddrüse bildet zu viele von den beiden Hormonen T4 (Thyroxin) und T3 (Trijodthyronin).  Die Patienten leiden unter Symptomen wie Schlaflosigkeit, Schweißausbrüchen und Gewichtsverlust. Zu 80 Prozent betrifft die Erkrankung Frauen. Bisher behandeln Ärzte leichte Fälle meistens nicht, wenn die Betroffenen bei einem milden Verlauf keine Beschwerden haben. Aufgrund der neuen Ergebnisse ist in Zukunft wohl auch bei einer latenten Überfunktion eine Therapie empfehlenswert.

Schwere Folgeerkrankungen

Die leicht verlaufende Schilddrüsenüberfunktion, auch als subklinische Hyperthyreose bezeichnet, fällt häufig nur zufällig bei Blutuntersuchungen auf. Der Arzt erkennt sie an einem erniedrigten Wert des Hormons Thyreotropin (TSH). Dieses Hormon wird von der Hirnanhangsdrüse produziert. Es regt die Bildung der Schilddrüsenhormone T3 und T4 an. Wenn die Schilddrüse zu viele dieser Hormone produziert, wird das TSH unterdrückt. Das führt langfristig zu schweren Folgen für den ganzen Körper: Betroffene erkranken im Alter häufiger an Vorhofflimmern, einer Herzrhythmusstörung, die Schlaganfälle begünstigt. Frauen entwickeln zudem häufiger Osteoporose (Knochenschwund). Und bei älteren Patienten verkürzt eine leichte Schilddrüsenüberfunktion die Lebensdauer, sagen die Wissenschaftler. Männer sind davon mehr gefährdet als Frauen.

Neue Zusammenhänge

"Diese Befunde legen nahe, dass auch eine subklinische Hyperthyreose behandelt werden muss", sagt Professor Helmut Schatz von der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie. In weiteren Studien wird momentan untersucht, ob sich dadurch dem Vorhofflimmern vorbeugen lässt. Außerdem könnte eine Behandlung auch Beschwerden lindern, die bisher gar nicht mit einer Schilddrüsenüberfunktion in Verbindung gebracht werden. Dazu zählen etwa Angststörungen. "Untersuchungen zeigen, dass Schilddrüsenhormone direkt auf Zentren im Gehirn wirken, die das Gefühlsleben steuern", sagt Schatz. So leide jeder zweite Mann mit erhöhten Schilddrüsenhormonen unter Erektionsstörungen.


06.08.2009 | Von: Judith Kaiser